Prozess: Zwei Feuer aus verschmähter Liebe gelegt?

Von: wos
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Weil er absichtlich zweimal Feuer gelegt haben soll, muss sich Dirk H. seit Freitag vor dem Aachener Landgericht verantworten. Symbolfoto: dpa

Aachen. Zwei Brände innerhalb einer knappen Stunde soll der Dirk H. im Mai 2016 in der Nähe des Elsassplatzes und an der Von-Coels-Straße in Eilendorf gelegt haben. Aus verschmähter Liebe und weil er noch Sachen von seiner Ex-Freundin bekommen sollte, habe der 35-Jährige die Feuer gelegt. So hieß es in der Anklageschrift, die am Freitag vor dem Aachener Schwurgericht verlesen wurde.

Angeklagt ist der 35-jährige Aachener wegen versuchten Mordes und zweifacher schwerer Brandstiftung. Der geistig behinderte Mann wollte sich vor der Kammer unter Richter Andreas Hennig zu den Vorwürfen zunächst nicht äußern.

Laut Anklage soll H. mit seinem Motorroller in den Morgenstunden jenes Sonntages zunächst zum Rudolf-Schwarz-Weg gefahren sein. Dort habe er auf der Terrasse einen Müllsack gefunden, ihn an die Tür gelehnt und angezündet. Die Tür fing Feuer, das sich nach innen fraß und trotz schnellen Eingreifens der Feuerwehr erheblichen Schaden anrichtete.

Anscheinend wollte der in der Behindertenwerkstatt eines Aachener Sozialwerks beschäftigte Angeklagte Rache nehmen - die erste Tat war ihm nicht genug. Auf seinem Roller eilte er anschließend nach Eilendorf und legte im Keller eines Hause in der Von-Coels-Straße ebenfalls Feuer. Dort wurde die Feuerwehr gegen 6.45 Uhr alarmiert. Dieses Feuer war schnell gelöscht, es richtete auch weniger Schaden an als das erste.

Schwer verletzt wurde bei den Bränden niemand, es gab nur einen Fall von Rauchvergiftung zu beklagen. Der Einsatzleiter der Feuerwehr beschrieb der Kammer, wie Gruppen von verstörten Bewohnern vor dem Haus standen. Die jungen Menschen gehörten wohl zu einer Behinderten-Wohngruppe, in der auch die Ex-Freundin des Angeklagten lebte.

Über seine konkreten Motive ließ der Angeklagte das Gericht im Unklaren. Sein Betreuer berichtete, dass H. seit langer Zeit  von Drogen abhängig sei, sich aber Therapie-Angeboten stets widersetzt habe. Auch sei er in den Monaten vor der Tat nur noch unregelmäßig in der Behindertenwerkstatt zur Arbeit gegangen.

In der Vergangenheit hatte H. bereits Vorstrafen kassiert. Wofür genau, soll an späteren Verhandlungstagen erörtert werden. Bislang geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass H. im Zustand verminderter Schuldfähigkeit handelte.

Der Prozess soll am Montag weitergehen.

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