Aachen - Prozess um Morddrohungen bei Aachener Bauprojekt

Prozess um Morddrohungen bei Aachener Bauprojekt

Von: wos
Letzte Aktualisierung:
Landgericht in Aachen
Im Rahmen eines großen Bauprojekts kam es zu erheblichen Streitigkeiten hinter den Kulissen. Foto: Oliver Berg

Aachen. Hinter den Kulissen eines großen Aachener Bauprojektes scheint im Jahr 2014 ein handfester Krieg um bereits in die Planung investierte Gelder zwischen dem damaligen Hauptentwickler und anderen Investoren getobt zu haben.

Denn seit Montag stehen vor der 3. Großen Strafkammer des Aachener Landgerichts vier Männer, denen vorgeworfen wird, zwischen Juni und August 2014 versucht zu haben, von dem federführenden Investor die Zahlung einer Summe von 710,000 Euro mit Androhung von unmittelbarer Gewalt gegen den Mann und seine Familie zu erpressen.

Als Angeklagte sitzen vor der Kammer unter Vorsitz von Richter Thomas Küpper ein Frankfurter Unternehmensberater (72), ein Dresdener Bauingenieur (35), ein ebenfalls 72-jähriger Anwalt sowie ein 33-Jähriger, von dem nicht bekannt wurde, aus welcher Stadt er stammt. Letzterer werde noch im Zeugenschutzprogramm des Landeskriminalamtes Brandenburg geführt, hieß es.

Er soll laut Anklage wohl der „Mann fürs Grobe“ gewesen sein. Richter Küpper legte sich in einer Vorabverständigung bereits darauf fest, dass bei einem möglichen Schuldspruch für ihn auf keinen Fall eine Bewährungsstrafe möglich sei.

Der Anklagevorwurf für die vier Verdächtigen lautet in variierender Schwere auf den Tatbestand der versuchten räuberischen Erpressung. Aus einem Rechtsstreit im Umfeld des Bauprojekts habe der Frankfurter Unternehmensberater die 710.000 Euro gegenüber dem Hauptentwickler geltend gemacht, hieß es im Anklagesatz. Dabei sei der 33-Jährige als „Eintreiber“ des Geldes angeheuert worden, ihm sei dafür eine Provision von 25 Prozent zugesichert worden.

Dem Opfer sei unter anderem, hieß es in der Anklageschrift, mit Mord gedroht worden. Der Bedrohte habe daraufhin sogar veranlassen müssen, dass seine Familie in einer anderen Stadt bei Verwandten unterkam. Am kommenden Donnerstag wird der Prozess vor dem Aachener Landgericht fortgesetzt. Dann soll das Opfer als Zeuge gehört werden.

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