Protestwelle gegen Erdogan erfasst Aachen

Von: Julia Gröbbels
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Vorübergehend in Gewahrsam genommen: Ein Erdogan-Anhänger widersetzte sich dem Platzverweis durch die Polizei.
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Erhitzte Gemüter bei tropischen Temperaturen: Bis zu 400 Demonstranten versammelten sich am Dienstagnachmittag Nachmittag am Elisenbrunnen, um ihre Empörung über das brutale Vorgehen der türkischen Regierung gegen die Kundgebungen am Bosporus zum Ausdruck zu bringen. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Trotz brütender Hitze haben sich am Dienstagnachmittag zeitweise bis zu rund 400 Menschen am Elisenbrunnen zusammengefunden: Mit selbst gestalteten Plakaten (häufig mit der Parole „Taksim ist überall – Überall ist Widerstand“ auf deutsch und türkisch) wollten sie ihre Solidarität mit den friedlichen Bürgerprotesten in der Türkei bekunden.

Am 27. Mai besetzten Umweltaktivisten den Gezi-Park in Istanbul. Man wollte nicht hinnehmen, dass ein großes Stück Grünfläche in der Megametropole zu Gunsten eines Einkaufszentrums vernichtet wird. Die Folgen sind bekannt: Der durch rund 200 Umweltaktivisten begonnene Protest entwickelte sich zu einem landesweiten Aufruhr gegen die Regierung unter Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan. Die Auseinandersetzung eskalierte und hat sich längst zum Protest gegen das harte Vorgehen der Behörden und die Regierung in Ankara entwickelt.

„Nicht nur Wut, auch Mut“

„Auch wir hier in Aachen möchten mit einer Demonstration unsere Solidarität mit den Menschen in der Türkei ausdrücken“, so die Aachener Initiative „Taksim Solidarität“, die zu der Kundgebung aufgerufen hatte. Weitere Unterstützer der Aktion waren das Türkische Volkshaus in Aachen, das Alevitische Kulturzentrum Aachen und Umgebung sowie das Kurdische Volkshaus.

Auch Landtagsabgeordnete Daniela Jansen (SPD) bekundete ihre Solidarität mit den Demonstranten in der Türkei. „Die Proteste zeigen nicht nur die Wut, sondern auch den Mut der Menschen“, sagte Jansen. Die demokratischen Grundsätze der Meinungs-, Presse- und Versammlungsfreiheit müssten auch weiterhin gewahrt werden.

Auch Vertreter der Linken, der DKP, der Grünen sowie der Piratenpartei hatten sich den Protestierenden angeschlossen. Nach der Kundgebung gab es einen Demonstrationszug durch die Aachener Innenstadt. Bei der Kundgebung selbst hatte es einen kleineren Zwischenfall mit einem Erdogan-Anhänger gegeben, der nach einer lautstarken Diskussion mit Polizeibeamten vorerst in Gewahrsam genommen wurde. Eine weitere Gruppe von Erdogan-Anhänger wurde von der Polizei abgefangen, bevor sie auf die Demonstranten treffen konnte.

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