Protest in künstlerischer Vielfalt: Ausstellung im Kulturwerk

Von: Svenja Pesch
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Laden in die Ausstellung "Münchener Secession zu Gast in Aachen": Im Kulturwerk Aachen drücken die Künstlerinnen und Künstler besonderen Protest aus. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Es ist ein besonderes Gastspiel, das in der aktuellen Ausstellung des Kulturwerkes ab sofort zu sehen ist. Unter dem Titel „Münchener Secession zu Gast in Aachen“ präsentieren insgesamt 15 Künstler des 1892 in München gegründeten „Vereins bildender Künstler Münchens“ ihre Werke.

Der Zusammenschluss, der sich aus Protest gegen die eingeengte und konservative Kunstauffassung in der Münchener Künstlergenossenschaft gründete, änderte schon wenige Monate nach der Bildung seinen Namen in „Münchener Secession“ um. Zurzeit zählt der Verein 72 Mitglieder in Deutschland, Österreich, Frankreich und Luxemburg, die in verschiedenen künstlerischen Disziplinen arbeiten und eine Vielfalt künstlerischer Positionen vertreten.

Deshalb steht die Ausstellung im Kulturwerk auch unter keinem konkreten Motto, vielmehr geht es darum, dem Publikum einen Einblick das Schaffen der Künstler zu geben, wie Michael Dohle, Künstler und Mitglied der „Münchener Secession“ erzählt: „Wir organisieren Ausstellungen in ganz Deutschland und zeigen politische, skurrile, freche und ganz bunte Werke.

Und genau diese Kombination und Vielfalt sind es, die die Ausstellung so lebendig machen.“ Die Arbeiten von Michael von Cube sind vor allem eins: politisch. Innerhalb seiner Malereien bringt er das schier Unvereinbare zusammen. So sitzen FDP-Politiker Rainer Brüderle und Grünen-Politiker Anton Hofreiter in fast schon unheimlich wirkender Zweisamkeit nebeneinander im Sandkasten und demonstrieren nichts weiter als pure Sympathie für den jeweils anderen.

Ein weiteres Bild zeigt den Chef des Bundeskanzleramtes Peter Altmaier in kuscheliger Urlaubsstimmung mit Grünen-Politikerin Claudia Roth. Im Gegensatz dazu steht die Arbeit der Künstlerin Caro Keusch. Vor allem ihr großes Objekt „Volumenwuchswahrheiten“ sorgt beim Betreten des Kulturwerks für interessierte Gesichter. Ist es ein Motor, ein Organ oder doch ein reines Phantasieobjekt? Den Ideen der Besucher sind keinerlei Grenzen gesetzt. Und wem Malereien und Objekte nicht direkt zusagen, der findet innerhalb der Ausstellung auch Zeichnungen sowie Fotografien. Was aber alle Kunstwerke trotz oder gerade wegen ihrer Unterschiedlichkeit gemeinsam haben, ist die Tatsache, dass die „Münchener Secession“ auch heute noch im Sinne des Gründungsgedankens Kunst in seinen differenziertesten Facetten präsentiert.

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