Protest gegen Recyclinghof-Pläne am Friedhof Hand

Von: Günther Sander
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Laurensberg. Der geplante Recyclinghof-Nord am Friedhof Hand gegenüber dem Schulzentrum erhitzt die Gemüter der Anwohner. Rund 70 Bürger protestierten nun bei einer Fragestunde der Bezirksvertretung. Sollte die Stadt die Einrichtung dort durchsetzen, sei es mit der „Ruhe über den Gräbern” vorbei, wird befürchtet.

Andere Recyclinghöfe seien nämlich in Gewerbegebieten untergebracht, einen schlechteren Platz habe man sich wohl nicht aussuchen können, argumentierten die Bürger gegenüber Peter Maier, dem stellvertretenden Betriebsleiter des Aachener Stadtbetriebs. „So etwas können nur Leute planen, die nicht hier wohnen. Kein Gefühl für Laurensberg”, hieß es dann auch auf einem Flugblatt.

Die Bürgerinitiative rechnet mit zusätzlichen 8000 Fahrten pro Woche, die das Verkehrsaufkommen stark ansteigen lassen würden. Die Wohnstraßen im Umfeld der Anlage würden im Verkehr ersticken, sagten die Anwohner. Außerdem müsse mit einem massiven Mehraufkommen an Verkehr aus den Neubaugebieten Richtericher Dell und dem ehemaligen Sandhäuschen gerechnet werden.

„Ist es pietätvoll, wenn Sie 30 Meter neben dem Grab meines Vaters einen Recyclinghof errichten?”, lautete eine Frage an die Verwaltung. Die Fraktionen der Grünen und der SPD wichen konkreten Fragen danach, ob sie dem Vorhaben zustimmen werden, aus. Das sei so einfach nicht zu beantworten, gab Karin Schmitt-Promny (Grüne) zur Antwort. Die Bürgerinitiative könne nicht für sich in Anspruch nehmen, „für alle Laurensberger” zu sprechen. „Das ist eine populistische Zuspitzung der Fragen”, sagte die Ratsfrau in Richtung Bürgerinitiative.

Zum Thema erhöhtes Verkehrsaufkommen entgegnete Maier, dass das Aufkommen sehr gering sein werde. Es werde nichts abgefahren, nichts sortiert. Mit etwa acht Lkw sei zu rechnen. Anders die Bürger: In der Rathausstraße komme es bereits jetzt zum Kollaps: Staus, Busse, Abgase - man könne kaum die Fenster öffnen.

Der stellvertretende Leiter des Aachener Stadtbetriebs weiß: Die Anlage in Brand ist überlastet, jetzt muss im Norden etwas passieren. Die Bürger hingegen befürchten Wertminderungen der angrenzenden Grundstücke und eine drohende Gefahr für die etwa 2300 Schüler des Schulzentrums. „Wollen Sie, dass dort erst etwas passiert?”, war immer wieder aus dem Plenum zu hören.

Eine weitere Frage an die Grünen, ob deren Zustimmung erfolge, beantwortete Georg Hilfrich lapidar mit „das ist keine günstige Frage”. Man wolle nach Alternativen suchen, hieß es. Auf die gleiche Frage an die SPD gab Helga Efes zurück: „Noch ist nichts entschieden, wir müssen die Entwicklung abwarten.” Ratsherr Alexander Gilson (CDU) zeigte für die Befürchtungen Verständnis. „Die Rathausstraße kann nicht mehr Verkehr aufnehmen”, gab er der Verwaltung mit auf dem Heimweg.
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