Promenadenstraße: Polizei identifiziert rechte Schläger

Von: red/pol
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Promenadenstraße
Die Polizei fahndet mit einem Foto der Videoaufnahmen nach dem Haupttäter der Schlägerei in der Promenadenstraße am Freitag. (Das Gesicht des mutmaßlichen Täters wurde nach der Verhaftung nachträglich verpixelt).

Aachen. Nach der größeren Schlägerei in der Promenadenstraße am vergangenen Freitag, an der eine Gruppe rechtsorientierter „Fußballfans“ beteiligt war, vermeldet die Spezialeinheit der Aachener Polizei (Remok) jetzt die Identifizierung mehrerer Straftäter.

Der Haupttäter konnte auf Basis von Zeugenaussagen und der Auswertung des sichergestellten Videomaterials von den Beamten ausgemacht werden.

Auf Antrag der Aachener Staatsanwaltschaft erließ das Amtsgericht nun einen Beschluss zur Öffentlichkeitsfahndung (siehe Foto) nach dieser Person. Beschrieben wird der Mann wie folgt: männliche Person zwischen 18 bis 25 Jahre alt, etwa 160 Zentimeter groß, kurze und blonde Haare, er trug zur Tatzeit ein grünes Hemd. Die Polizei bittet die Bevölkerung um Hinweise unter der Nummer 0241-9577-0.

Aus Basis der Videoauswertung gelang der Aachener Polizei auch die Identifizierung zweier Mittäter. Dabei handelt es sich um ein hochrangiges Mitglied der Partei „Die Rechte“ in NRW sowie eine weitere Person, die dem rechten Spektrum zuzuordnen ist. Gegen alle drei Personen wurden entsprechende Strafverfahren eingeleitet. Die Ermittlungen zu den weiteren Mittätern dauern an.

Hitlergruß und Reichskriegsflagge

Im Bericht der Polizei von Dienstag wurden einige Augenzeugenberichte zudem bestätigt. Demnach hatten sich - wie berichtet - am Freitagabend etwa 50 Personen aus einer nahe gelegenen Szenekneipe auf den Synagogenplatz begeben und Bengalos gezündet. In dieser Gruppe befanden sich mehrere Personen, die der rechten Szene zugeordnet werden, darunter zum Teil hochrangige Mitglieder der Partei „Die Rechte“. Aus der Gruppe heraus zeigten einige Personen den Hitlergruß, eine Reichskriegsflagge wurde laut dem Polizeibericht zudem mitgeführt.

Daraufhin sei die Gruppe von einem 58-jährigen Mann, der dem hiesigen linken Spektrum zugeordnet wird, auf das Verhalten angesprochen worden. Über die Art und Weise des Ansprechens - hier gibt es laut der Polizei unterschiedliche Angaben bis hin zum Vorwurf wüster Beschimpfungen - sollen die laufenden Vernehmungen noch Klarheit erbringen.

Die Auseinandersetzung eskalierte und führte dazu, dass der 58-jährige von mehreren Personen aus der Großgruppe verfolgt wurde und in eine nahe gelegene Gaststätte flüchtete. Während der Flucht wurde er nach Zeugenaussagen von einem Verfolger gestellt und mehrfach geschlagen, so dass er eine Platzwunde davon trug.

Polizei ermittelt weiter

Der Geschädigte selber machte der Polizei gegenüber bislang keine weiteren Angaben zum Geschehensablauf. Auf eine ärztliche Versorgung verzichtete er.

Innerhalb der Gaststätte, in die der Geschädigte geflüchtet war, kam es dann zu weiteren Auseinandersetzungen zwischen den Verfolgern und anwesenden Gästen. Dabei ging diverses Mobiliar zu Bruch und eine zweite Person wurde leicht verletzt wurde. Anschließend flüchtete die Verfolgergruppe in ihre ursprüngliche Szenekneipe nahe des Synagogenplatzes.

Der Aachener Polizei, die laut eigenen Angaben bereits vier Minuten nach dem ersten Notruf mit starken Einsatzkräften und Diensthunden vor Ort war, führte demnach unmittelbar eine Tätersuche in der Szenekneipe durch. Zusätzlich stellten die Beamten dort die Identität von insgesamt 26 Personen fest. Darüber hinaus konnten noch weitere Personen ermittelt werden, die sich bereits entfernt hatten.

Die Aachener Kripo will die Ermittlungen weiter fortführen.

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