Aachen - Projekt „Wir alle“: Behinderte noch besser integrieren

Projekt „Wir alle“: Behinderte noch besser integrieren

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Schulterschluss: Viele Mitstreiter wollen das abstrakte Wort Inklusion mit Leben füllen und Menschen mit und ohne Behinderung zu gemeinsamen Projekten bewegen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Rund 30 Menschen sitzen auf den Stufen der Mulde im Aachener Ludwig Forum – ironischerweise der einzige nicht barrierefreie Raum im LuFo. Alle gehören nämlich zum Inklusionsprojekt „Wir alle – Gemeinsam leben in der Städteregion Aachen“.

Unter ihnen sind Männer und Frauen, Junge und Ältere, Menschen mit und Menschen ohne Behinderung. Es wird kein Unterschied gemacht, sondern gemeinsam für ein übergeordnetes Ziel gearbeitet: Menschen mit und ohne Behinderung im Alltag zusammen zu bringen.

Neue Kontakte werden geknüpft

„Für ein Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung fehlen häufig Vernetzungsstrukturen, die einen gemeinsam erlebten Alltag ermöglichen. Mit unserem Projekt wollen wir Bürgerinnen und Bürger sowie Akteure aus Sozialwesen, Wirtschaft, Kultur und öffentlichen Institutionen in Verbindung bringen, um gemeinsame Aktivitäten durchzuführen“, erklärt Projektkoordinatorin Isolde Conradus.

In mehreren Sozialräumen – Aachen-Nord, Burtscheid, Westpark, Simmerath und Monschau – soll das Projekt mit Hilfe diverser Kooperations-Partner wie der Lebenshilfe und der Caritas Inklusion ausbauen und festigen. Finanziert wird das Projekt für drei Jahre von der „Aktion Mensch“.

„Wir möchten Menschen für die Inklusions-Idee begeistern und ihr Interesse wecken, bei diesem Projekt ehrenamtlich teilzunehmen und zu helfen. Die Aktion soll von unten wachsen. Wir möchten in den Sozialräumen nicht bestimmen, was stattfindet, sondern das mit allen Bürgern aufbauen“, sagt Isolde Conradus. Für jeden Sozialraum werden individuelle Konzepte von Sozialraummanagern erstellt. Die Grundlage dafür soll die Einbeziehung der dort lebenden Menschen und die Berücksichtigung ihrer Wünsche und Ideen sein.

Rebecca Dufke ist Sozialraummanagerin der Region Westpark. Ihre Projekterfahrungen beschreibt sie äußerst positiv: „Wir haben ein Bürgerforum mit großem Zuspruch erlebt. Dort konnten sich alle Anwohner informieren und ihre Ideen beisteuern. Viele von ihnen sind jetzt aktiv am Projekt beteiligt. Im Herbst hatten wir dann die ersten Aktionen: ein Oktoberfest, Aktivtage und eine Führung durch das Viertel – natürlich barrierefrei!“

Kunst-Workshop geplant

Monika Zimmermann, Sozialraummanagerin in Burtscheid, fügt hinzu: „Der Burtscheider Turnerbund hat sogar extra einen Inklusionsbeauftragten ernannt. Wir wollen das Angebot für den gemeinsamen Sport von Menschen mit und ohne Behinderung erweitern.“ Weitere Projekte wie ein Kunst-Workshop im Ludwig Forum sind bereits geplant.

In den nächsten Monaten und Jahren soll das Projekt sozusagen ein Selbstläufer werden. Egal ob Kind, Elternteil, mit oder ohne Behinderung: Jeder kann beim Projekt „Wir alle – Gemeinsam leben in der Städteregion Aachen“ helfen, die Stadt barrierefreier zu machen, Berührungsängste abzubauen und Menschen mit Behinderung in der Gesellschaft zu integrieren.

Herbert Frings, Geschäftsführer der Lebenshilfe, ist zuversichtlich: „Das Thema Inklusion ist oftmals nicht sehr griffig. Gerade deswegen gehen wir direkt in die Sozialräume der Menschen und wollen dort das Interesse der Menschen wecken und sie zusammen führen“, sagt er.

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