Projekt „Switch“ bietet Studienabbrechern eine verkürzte Ausbildung

Von: Marie Eckert
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Aachen. Wenn fast ein Drittel aller Bachelorstudenten das Studium abbricht – dann ist es an der Zeit, zu handeln. Mit einem beispielhaften Projekt haben die Stadt Aachen, die IHK und insgesamt 16 weitere Partner genau das getan: „Switch“ bietet Studienabbrechern die Möglichkeit einer verkürzten Ausbildung in ihrem ehemaligen Studienbereich.

Seit 2011 gibt es das Gemeinschaftsprojekt, 300 Ex-Studierende wurden seitdem schon an ganz verschiedene Unternehmen vermittelt.

Angefangen hatte alles mit Vermittlungen im IT-Bereich, inzwischen ist eine Vielzahl an Ausbildungen abgedeckt. Die Motivation hinter dem Projekt, das inzwischen zur Blaupause für andere Projekte in Deutschland geworden ist, ist laut Professor Manfred Sicking, Beigeordneter der Stadt Aachen, sowohl die Fachkräftesicherung als auch die Attraktivität des Standortes Aachen zu erhalten. „Viele würden gern in Aachen bleiben, also müssen wir versuchen, den Menschen ein attraktives Arbeitsumfeld zu bieten.“

Unternehmen stärker einbeziehen

Dass es „Switch“ in Aachen gibt, hat sich inzwischen längst herumgesprochen: 40 der 300 Ausbildungsverträge wurden von Studienabbrechern, die nicht aus Aachen kommen, abgeschlossen. Bis Ende des Jahres erhält das Projekt noch eine Bundesförderung, danach ist ans Aufhören aber nicht zu denken: Im Moment arbeiten die Köpfe hinter „Switch“ an einem Konzept, das auch die Unternehmen stärker einbeziehen könnte. „Das Projekt ist von einem großen Erfolg geprägt und allein angesichts der weiteren Chancen in der Zukunft müssen wir weitermachen“, betonte Heike Krier, Geschäftsführerin der Berufsbildung der IHK Aachen.

Wer in einem Fach des Mint-Bereichs studiert hat, 20 Creditpoints gesammelt und dann festgestellt hat, dass das Studium einfach nicht passt, der kann sich an die „Agentur für Lösungen“ vom Projekt „Switch“ wenden. Dort werden die Unterlagen geprüft, ein Eignungstest wird durchgeführt, ein Profil erstellt und anschließend wird in die Betriebe vermittelt. 18 Monate dauert die verkürzte Ausbildung dann. „Auch danach haben die Absolventen der Ausbildung exzellente Weiterbildungschancen“, betonte Krier.

Einer von den „Wechslern“ ist Florian Dettmar – um genau zu sein, ist er der 300., der seinen Ausbildungsvertrag unterschreibt. Begonnen hatte er mit einem Maschinenbaustudium an der RWTH Aachen, später wechselte er zu Computational Engineering Science. Aber: „Im Studium ist es nicht so gelaufen, wie ich wollte“, sagte er. So fing Dettmar an, sich umzuschauen – und wurde im Bus fündig. Dort sah er ein Plakat, das für „Switch“ warb, er reichte seine Unterlagen ein und hatte kurze Zeit später insgesamt elf Einladungen von verschiedenen Unternehmen, die den jungen ehemaligen Studenten interessant fanden. Sechs hätten ihn eingestellt, seine Wahl fiel auf „Exapt“, ein Unternehmen für Systemtechnik, das eng mit der Hochschule zusammenarbeitet. Verlockend für den ehemaligen Studenten war die Aussicht, nach anderthalb Jahren einen Abschluss in der Tasche zu haben. Und: Dettmars Weiterbeschäftigung sowie der nächste Karriereschritt bei „Exapt“ sind bereits geplant.

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