Aachen - Projekt „Russland pur“: Zwischen Politik und Liebe

Projekt „Russland pur“: Zwischen Politik und Liebe

Von: Svenja Pesch
Letzte Aktualisierung:
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Spannende Tagung: Theresa Tarassova und Akademieleiter Dr. Karl Allgaier rechnen mit interessanten Erkenntnissen rund um „Dr. Schiwago“. Foto: Michael Jaspers

Aachen. „In meinem Schicksal warst Du alles. Dann kam der Krieg und Zerfall.“ Die Zeilen aus dem Roman „Dr. Schiwago“ des russischen Schriftstellers und Poeten Boris Pasternak zeichnen ein Bild von Russland zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Inmitten von Umwälzungen der bestehenden Gesellschafts- und Machtverhältnisse erzählt das Buch Lebenswege und Liebesgeschichten während der sozialistischen Revolution.

Im Mittelpunkt des Geschehens steht die Liebe zwischen Jurij Schiwago und seiner Lara. Ein Roman mit vielen Facetten, Wendungen und ebenso vielen Themen, der seit seiner Veröffentlichung Leser in den Bann zieht. So wie auch Theresa Tarassova. Mit ihrem Unternehmen „Russland pur“ organisiert sie die „Doktor Schiwago Tagung“ in der Bischöflichen Akademie des Bistums Aachen. Am 10. und 11. November widmet sie sich mit der Schauspielerin Angela Eickhoff ausführlich dem Roman. „Es ist eine literarisch-historische Tagung mit Lesungen aus „Dr. Schiwago. Die Besucher erwartet ein Programm, in dem sie die russische Mentalität und Kultur kennenlernen“, erzählt Theresa Tarassova.

Krimsekt, russisches „Sakuski“ und ein Abendessen mit typisch russischen Köstlichkeiten sind einige der Programmpunkte. „Viele Menschen kennen zwar den Film, nicht aber das Buch. Innerhalb eines Lesespaziergangs, der sich in zwei Teile gliedert, werden die einzelnen Stationen Schiwagos näher beleuchtet.

Dabei spielt auch die Einbettung in die historischen und politischen Gegebenheiten eine wichtige Rolle. Schiwago ist nicht nur zwischen zwei Frauen hin- und hergerissen, auch politisch kann er sich weder mit den zarentreuen Weißen noch mit den revolutionären Roten identifizieren“, ergänzt Tarassova.

Der Lesespaziergang führt die Teilnehmer durch die Bischöfliche Akademie, vorbei an Kapellen und verwinkelten Gängen. Fragt man Tarassova nach dem Unterschied zwischen der russischen und deutschen Literatur, antwortet diese prompt: „Die russische Literatur ist gefühlsbetonter und nicht so vorhersehbar. Sie besitzt viel Tiefgang, ist philosophisch, und die Helden sind facettenreich.

Überhaupt kommt der Literatur in Russland ein hoher Stellenwert zu.“ Auch Akademiedirektor Dr. Karl Allgaier ist von der Tagung begeistert. „Wir hatten bereits Kooperationen mit ,Russland pur‘, und die Veranstaltungen werden immer sehr gut angenommen und pflegen in literarischer Art und Weise die deutsch-russischen Beziehungen.“

Tarassova, die als Journalistin, Soziologin und Slavistin tätig ist, verfolgt mit ihrem Unternehmen, das neben Tagungen auch Seminare und Reisen organisiert, das Ziel, einen Brückenschlag zwischen der russischen und deutschen Gesellschaft zu vollziehen. „Uns verbindet viel, sowohl kulturell als auch wirtschaftlich. Trotz der heutigen nicht einfachen Beziehung zu Russland, ist das Land dennoch ein wichtiger Handelspartner für Deutschland“, resümiert Tarassova.

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