Aachen - Projekt „MIA“: Aachen als Produktionsstandort

Projekt „MIA“: Aachen als Produktionsstandort

Von: Marie Hanrath
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In zwei Workshop-Phasen erarbeiteten die Teilnehmen notwendige Rahmenbedingungen. Foto: Marie Hanrath

Aachen. Über die Frage, wie der städtische Raum wieder als Produktionsstandort genutzt werden kann, haben sich kürzlich Menschen aus unterschiedlichen Fachbereichen ausgetauscht. Im Depot Talstraße fand im Rahmen des „Future Lab“ die zweite von drei Zukunftswerkstätten des Projekts „MIA“ (Made in Aachen) statt.

„Seit fast drei Jahrzehnten geht der Trend dahin, Produktionsstandorte auszulagern“, sagt Martina Fromhold-Eisebith, Professorin für Wirtschaftsgeographie an der RWTH Aachen. Diesem Prozess wollten die Beteiligten nicht weiter zusehen und stattdessen „das zurückholen, was geht“, wie Fromhold-Eisebith erklärt. Wichtig sei, dass die Firmen in modernem Gewand erschienen und Dinge für den privaten Konsum produzierten.

Es sollten interessante Jobs entstehen, und Firmen müssten emissionsarm und mit möglichst wenig Lärm produzieren. „Ein Stahlwerk könnte man schwer in eine Stadt integrieren“, scherzt Fromhold-Eisebith.

In zwei Workshop-Phasen erarbeiteten die etwa 30 Teilnehmer in einem offenen und kritischen Dialog unter anderem, welche planerischen Rahmenbedingungen und Möglichkeiten es in Aachen gibt, um in der Stadt wieder Unternehmen und Produktion anzusiedeln. Praxisnahe Themen – wie mögliche Arbeitswege oder Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten, aber auch das Verhältnis von Firma und Nachbarschaft, Wohnen, Freizeitaktivitäten, Erholungsräume und Kultur – standen im Zentrum der Diskussion. In einem Planspiel wurden die Ideen auf die Standorte Aachen-Nord und Campus West übertragen, da sich dort mögliche urbane Nutzungsflächen befinden.

An der Frage, was Urbanität eigentlich ist, zeigen sich Vor- und Nachteile dieser interdisziplinären Zusammenarbeit: „Die Fachbereiche, die hier zusammenarbeiten, definieren vieles ganz unterschiedlich“, sagt Fromhold-Eisebith. Auch wenn es deswegen länger dauert, sei aber gerade die Expertise aus verschiedenen wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und städtischen Perspektiven besonders wichtig für einen umfassenden Blick auf die zukünftige Entwicklung der Stadt.

Konzept in zwei Jahren

Im August des vergangenen Jahres ist das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Verbundprojekt des Förderprogramms „Nachhaltige Transformation urbaner Räume“ gestartet. Die Leitfrage, wie die Produktion in der Zukunftsstadt Aachen 2030 aussehen kann, verbindet den Fachbereich Wirtschaft, Wissenschaft und Europa der Stadt Aachen mit Wissenschaftlern der RWTH Aachen vom Lehrstuhl für Informationsmanagement im Maschinenbau (IMA), dem Zentrum für Lern- und Wissensmanagement (ZLW), dem Werkzeugmaschinenlabor (WZL) und den Lehrstühlen für Wirtschaftsgeographie und Planungstheorie.

Ziel der Veranstalter ist es, bis zum Projektabschluss in zwei Jahren ein ganzheitliches Konzept zur Unterstützung der Regionalentwicklung und der unternehmerischen Standortentscheidungen zu erstellen.

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