Projekt „Jutestun“ der AWO zeigt großen Erfolg

Von: Lilian Killmeyer
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„Jutestun“ der AWO: Tobias Burgholz, Lotte Meyer, Gabriele Niemann-Cremer, Ingo Schartmann und David Muschiol (von links) sind für das Projekt schon im Einsatz. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Ob alte Möbel, Bücher, Elektrogeräte oder Fahrräder – fast jeder hat Zuhause Dinge, für die er keine Verwendung mehr findet. Und genau diese können für Bedürftige eine große Hilfe sein. Doch oft stellen sich Fragen: Kommt meine Hilfe an? Werden meine Spenden überhaupt benötigt? Und an wen werden sie vermittelt?

An dieser Stelle setzt das auf ehrenamtlicher Arbeit basierende Projekt „Jutestun“ an, das vor rund zwei Jahren von jungen Aachenern ins Leben gerufen wurde und sich zunächst an Flüchtlinge richtete. Die Idee ist so simpel wie sinnvoll: Auf der Onlineplattform werden Gesuche von Sach- und Zeitspenden für Bedürftige und die Angebote von Spendern passgenau zusammengeführt. Dazu zählen alltägliche Dinge wie Möbel, Schulsachen aber auch Nachhilfe, Musikunterricht oder Kinderbetreuung.

Das Besondere dabei ist, dass die Internetseite keine Gegenstände oder Dienstleistungen anbietet, sondern lediglich Gesuche – vorzugsweise von Organisationen, aber auch von ehrenamtlichen Helfern – aufnimmt, auf die sich Spender ohne Registrierung unkompliziert und zielgenau melden können.

„Wir haben versucht, die ganze Sache so einfach und so fokussiert wie möglich aufzuziehen, um es sowohl für uns als auch für die Suchenden und die Spender möglichst benutzerfreundlich zu gestalten“, erklärt der Jurastudent David Muschiol, einer der Begründer der Plattform. Dabei entsteht ein direkter Kontakt zwischen Sucher und Spender. Diese unmittelbare Kommunikation und Vermittlung hat den Vorteil, dass der organisatorische Aufwand sehr gering gehalten wird und keine Kosten zur Lagerung anfallen.

Hinter dieser Plattform, die 2016 mit dem Integrationspreis der Stadt Aachen ausgezeichnet wurde, stehen die ehrenamtlich für das Projekt tätigen befreundeten Studenten Robert Meyer, David Muschiol, Tobias Burgholz, Lotte Meyer sowie der Sozialarbeiter Ingo Schartmann, der die Seite hauptamtlich betreut.

Als im Dezember letzten Jahres die Projektfinanzierung durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge auslief, übernahm die Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Aachen-Stadt die weitere Finanzierung und es wurde beschlossen, das Projekt von der Zielgruppe „Flüchtlinge“ auf alle sozial Bedürftigen auszuweiten. „Da die Flüchtlingskrise nun etwas abgeebbt ist und sich unser Projekt bewährt hat, möchten wir die Plattform für alle Bedürftigen öffnen“, so Ingo Schartmann, Initiator und Verwalter des Projekts.

„Wir sind beeindruckt von dem hohen Engagement der jungen Leute, die mit ihrem Know-How eine völlig neue und moderne Form der Hilfe und Unterstützung für Bedürftige geschaffen haben,“ zeigt sich Gabriele Niemann-Cremer, Geschäftsführerin der AWO in Aachen, begeistert. „Wir selbst arbeiten mit vielen Familien zusammen, die diese Bedürftigkeit aufweisen und das Angebot mit Sicherheit nutzen werden.“

Und den Erfolg dieser Plattform zeigt ein Blick auf die Zahlen des vergangenen Jahres: Allein 2016 wurden 364 Gesuche von 130 registrierten Nutzern getätigt, auf die 749 Rückmeldungen folgten. „Wir sind überwältigt von der großen Hilfsbereitschaft der Bevölkerung“, so Muschiol. Kaum ein Angebot sei bei „Jutestun“ unbeantwortet geblieben.

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