Aachen - Projekt „Frieden geht anders!“: Zeichen setzen gegen Krieg und Gewalt

Projekt „Frieden geht anders!“: Zeichen setzen gegen Krieg und Gewalt

Von: David Grzeschik
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„Gewaltlose Inszenierungen fordern Gewaltsysteme heraus“: Pfarrerin Sylvia Engels sprach ermutigende Worte zur Eröffnung der Ausstellung „Frieden geht anders!“ in der Citykirche. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Lucie Heinen hat ein Jahr ihres Lebens in Russland verbracht. In einer staatlichen Einrichtung für Behinderte absolvierte sie über die evangelische Kirche einen freiwilligen Friedensdienst. Dabei wurde sie vor so manche Herausforderung gestellt. „Am Anfang haben wir schon gemerkt, dass wir nicht bei allen besonders erwünscht waren“, sagt Lucie Heinen.

Die gemeinsamen Ziele hätten sie aber doch irgendwie zusammengebracht, das Deutschlandbild einiger Russen habe sie so ändern können. Schaut Lucie Heinen auf das Jahr zurück, spricht sie auch von Völkerverständigung.

Jugendliche im Blick

Einer ähnlichen Thematik widmet sich die Ausstellung „Frieden geht anders!“, die ab sofort in der Citykirche an der Großkölnstraße zu sehen ist. Sie zeigt anhand konkreter Konflikte auf, wie mit unterschiedlichen gewaltfreien Methoden Kriege und kriegerische Auseinandersetzungen verhindert oder beendet werden konnten. Hinter der Ausstellung steht der Evangelische Kirchenkreis Aachen. Die Dokumentationen stammen aus unterschiedlichen Weltregionen, die angewendeten Methoden seien grundsätzlich überall einsetzbar, erklären die Verantwortlichen.

Konkret werden Beispiele aus Mosambik, Südafrika, Zypern, Nigeria, dem Baltikum, aus Liberia sowie dem Kalten Krieg aufgegriffen. Die Schau richtet sich vorrangig an Jugendliche, aber auch Ältere sind eingeladen. Vor dem Hintergrund des Syrien-Konflikts wirkt die Thematik des Gezeigten dieser Tage ohnehin äußerst aktuell. Um die Idee hinter der Präsentation anschaulich zu erklären, zitiert Pfarrerin Sylvia Engels einen Teil der Bergpredigt aus der Bibel.

„Wenn dich einer auf die linke Wange schlägt, dann halte ihm auch die andere hin“, fordert Jesus seine Zuhörer auf. Diese Gegenreaktion sei keineswegs resignativ. „Gewaltlose Inszenierungen fordern Gewaltsysteme heraus“, sagt sie. Dieser fantasievolle, provokative Weg sei allerdings auch ein sehr schwieriger. „Die Initiativen der Menschen waren nicht unproblematisch, die Leute haben etwas geopfert und Mut und Beharrlichkeit bewiesen“, fügt Jugendreferent Axel Büker zu den dargestellten Beispielen an.

In den nächsten Monaten planen die Verantwortlichen, „Frieden geht anders!“ an verschiedenen Orten in der Region zu zeigen. Axel Büker würde es freuen, wenn Menschen beim Rundgang durch die Ausstellung sähen, dass gewaltsame Konflikte nicht alternativlos sind. „Aber dafür brauchen wir Menschen, die andere und neue Ideen haben“, betont er und ermutigt zugleich alle Interessierten, einen freiwilligen Friedensdienst, wie Lucie ihn absolviert hat, zu leisten. Schulreferentin Folke Keden-Obrikat schließt sich dem an und betont die „Vielfalt der Konfliktlösungsmöglichkeiten“.

Noch bis 1. Mai zu besichtigen

„Es geht in dieser Ausstellung nicht um ,Gutmenschen‘, es geht um ,Mutmenschen‘“, sagt Keden-Obrikat. Darunter verstehe sie Personen, die die innere Freiheit zum Handeln besäßen. Was das konkret bedeutet, können Interessierte noch bis 1. Mai in der Citykirche erleben. Sie ist täglich von 9 bis 19 Uhr zu besichtigen.

 

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