Aachen - „Projekt 3D-Drucker“: Als Belohnung ein New York-Trip

„Projekt 3D-Drucker“: Als Belohnung ein New York-Trip

Von: kaa
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Toller Anreiz: Burcun Aydin, Leyla Keskin und Zozan Keskin (Mitte, v.l.) fliegen als Belohnung für ihren kreativen Einsatz bei einem Kooperationsprojekt von OT Talstraße und FH Aachen zu einem Workshop nach New York. Mit ihnen freuen sich die Projektbegleiter Christian Rennertz (l.), Professor Andreas Gebhardt und Miriam Knothe. Foto: Ralf Roeger

Aachen. „Sieht das krass aus!“, freut sich die 15-jährige Burcu Aydin und befestigt die knallrote Smartphone-Hülle gleich an ihrem eigenen Smartphone. Sie passt perfekt. Die Hülle hat Burcu selbst entworfen und damit gleich ein Ticket nach New York gelöst. Mit Burcu fliegen auch die Schwestern Zozan (19) und Leyla Keskin (16) in den „Big Apple“.

Die drei Mädchen sind Teilnehmerinnen einer Kooperation zwischen dem Jugendtreff Offene Tür (OT) Talstraße und der FH Aachen. Die Idee einer Kooperation kam auf, als ein Kreativdepot in dem Viertel im Gespräch war, erinnert sich Andreas Gebhardt, Professor am Fachbereich Maschinenbau und Mechatronik der FH. Es sollte etwas Konkretes dabei herumkommen für die Jugendlichen im Ostviertel. Das lag Angelika Diehl, Leiterin der OT, am Herzen. Und so wurde das „Projekt 3D-Drucker“ geboren. „Die Jugendlichen sollten etwas lernen, was weder Eltern noch Lehrer beherrschen“, so Gebhardt. 3D-Drucker, sogenannte Fabber, werden vor allem in der Luft- und Raumfahrttechnik eingesetzt, um geplante Bauteile möglichst originalgetreu darzustellen.

Mit neun Teilnehmern ging das Projekt Ende 2011 an den Start. Zunächst mussten die Jugendlichen CAD lernen, ein 3D-Zeichenprogramm. Burcu, Zozan und Leyla hielten bis zum Ende durch, entwarfen kleine Modelle von ihren Traumhäusern. Dann kam man auf die Idee mit den Hüllen für Smartphones.

So eine Leistung müsse auch belohnt werden, befand Gebhardt. Durch seine Gastprofessur an der City-University in New York hatte er Kontakte zu seinem Kollegen Gary Beneson, der Technikkurse für Kinder leitet. „Wenn das mit den Smartphone-Hüllen klappt, fliegen wir nach New York“, versprach er den Mädchen.

Heute hebt der Flieger ab, wird für die drei der Traum wahr. An der City-University nehmen sie an einem Technik-Workshop teil. Zozan freut sich darauf. „Das wird eine ganz besondere Erfahrung, das College kennenzulernen.“ Für einen Teil der Kosten kommen Sponsoren auf, auch das Jugendamt beteiligt sich. Den Rest finanzieren die Mädchen aus eigener Tasche. Begleitet werden sie von Gebhardt und von Mirjam Knothe und Christian Rennertz, die das Projekt an der FH betreut haben.

Bereits jetzt haben die drei viel aus dem Projekt mitgenommen. Leyla wird nach ihrem Realschulabschluss das Berufskolleg für Gestaltung und Technik besuchen. Auch Gebhardt möchte die 3D-Projekte weiterführen. Mit einer Klasse des Einhard-Gymnasiums hat er zum Welterbe-Tag ein Modell des Doms gebaut. So etwas könnte er sich auch als Projekt zur Heiligtumsfahrt vorstellen.

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