Aachen - Programm beim Soerser Dienstag fällt mager aus

Programm beim Soerser Dienstag fällt mager aus

Von: Jessica Küppers
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Plüschpferdchen machen das Rennen: Zum Tag der offenen Tür kommen traditionell viele Familien in die Aachener Soers. Während der Reit-EM sind Plüschpferde bei den Kleinsten besonders beliebt. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Dass der Soerser Dienstag kein Soerser Sonntag ist, wird den meisten Besuchern auf den ersten Blick klar. Zwar zahlen die Gäste wie gewohnt keinen Eintritt, müssen dafür aber auch auf besondere Aktionen und ein Showprogramm verzichten.

Nur wenige Besucher finden zum Start um elf Uhr den Weg in die Soers. Stimmung will auf dem Gelände des Aachen-Laurensberger Rennvereins (ALRV) erstmal nicht so richtig aufkommen. Lediglich in der Zeltstadt und an den Getränkeständen tummeln sich um diese Zeit Gäste, die ein bisschen Turnierluft schnuppern wollen. Am Himmel hängen dicke, graue Wolken, die ihr Übriges dazu tun. Monika Crue aus Stolberg ist trotz des Wetters gekommen. Gemeinsam mit ihrer Tochter Julia will sie den Tag auf dem Turniergelände verbringen. „Heute ist weniger los, weil es mitten in der Woche ist“, vermutet sie. Außerdem könne das Rahmenprogramm besser sein, bedauern Mutter und Tochter.

ALRV-Pressesprecher Niels Knippertz begründet das Missverständnis so: „Der ‚Soerser Dienstag‘ war gar nicht unsere Idee, das hat Oberbürgermeister Marcel Philipp erfunden.“ Der hatte bei einer Pressekonferenz den Tag der Deutschen Pferdzucht, wie der Tag der offenen Tür in diesem Jahr offiziell heißt, kurzerhand umgetauft und entsprechende Erwartungen bei den Aachenern geweckt. Der ALRV habe die Bezeichnung nur noch übernommen.

Wie viele andere, hat auch Familie Crue gehofft, dass sie ähnliches zu sehen bekommt wie beim Soerser Sonntag, den sie von vielen CHIO-Jahren kennen. Dort gibt es in der Regel zu Beginn einen Gottesdienst, Greifvogel-Shows und mehrere Kutschfahrten. Davon ist an diesem Tag in den Stadien nichts zu sehen. Stattdessen steht im großen Springstadion ein Bagger, weil der Parcours aufgebaut wird. Im Deutsche-Bank-Stadion findet ein Championat der deutschen Zuchtstuten statt. Dort haben junge Pferde und Reiter die Möglichkeit, sich und ihr Können vor Publikum zu präsentieren. Etwa die Hälfte der Plätze ist zu diesem Zeitpunkt auf den Tribünen belegt. Eine vierjährige Stute aus Hannover reitet durch den Parcours. Sie reißt die Latte eines Hindernisses. Applaus gibt es trotzdem für das junge Pferd – wenn auch etwas verhalten.

Im Publikum sitzen die Schwestern Margit Plum und Christa Barnickel. Die beiden kommen aus Baesweiler und sind traditionell einmal im Jahr beim Reitturnier. Obwohl sie keine Pferdekenner sind, schauen sie sich die Zuchtstuten gerne an: „Wir sind glücklich, hier zu sein“, sagt Plum. Geld für ein „normales Ticket“ würden die beiden aber nicht bezahlen. „Das ist uns einfach zu teuer, deswegen sind wir heute da“, ergänzt sie. Gegen 14 Uhr füllen sich die Plätze langsam. ALRV-Pressesprecher Knippertz ist mit den Besucherzahlen zufrieden: „Insgesamt 23.500 Besucher waren da.“ Das entspreche in etwa der Besucheranzahl, die bei schlechtem Wetter zum Soerser Sonntag kommt, erzählt er. An sonnigen Tagen sind es dagegen 30.000 bis 35.000 Besucher.

Am Medienzentrum des Zeitungsverlags bleiben am Nachmittag viele Leute stehen, um den Talks (siehe rechts unten) und den Gesangseinlagen der Band Jukebox-Modus zu lauschen. Unterschiedliche Gäste stellen sich den Fragen der Moderatoren des Zeitungsverlags – Tom Vogel, Laura Beemelmanns und Achim Kaiser. Spannend wird es besonders, als Alemannia-Sportdirektor Alexander Klitzpera und Trainer Christian Benbennek auf die Bühne kommen. Auch wenn sie in der Vorbereitung auf das nächste Spiel „viel zu tun haben“, wie Benbennek betont, haben sie es sich nicht nehmen lassen, ihre sportlichen Nachbarn zu besuchen. Auf die Frage, ob der Alemannia nicht noch ein Stürmer fehle, antwortet der Trainer: „Ich bin davon überzeugt, dass wir offensiv stark genug sind.“

Eine Stimmung wie im Fußballstadion erhofft sich Knippertz bei der EM-Disziplin Voltigieren, die am Donnerstag startet. „Da wird‘s laut“, glaubt er. Trotz der im Großen und Ganzen „positiven Erfahrung der EM“ will der ALRV was den Soerser Sonntag betrifft in Zukunft beim alten Konzept bleiben. „Wie man es gewohnt ist“, so Knippertz. Denn eines ist klar: Auch wenn das Turnier noch läuft – nach der Reit-EM ist vor dem nächsten CHIO.

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