Aachen - Profi-Bloggerin nimmt den CHIO unter die Lupe

Profi-Bloggerin nimmt den CHIO unter die Lupe

Von: Laura Laermann
Letzte Aktualisierung:
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Kamera und Camcorder sind immer dabei: Harriet Charlotte Jensen will neben Aufnahmen für ihren Blog auch ein professionelles Video zum CHIO machen. Und so sieht das dann aus. Foto: Harald Krömer
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Kamera und Camcorder sind immer dabei: Harriet Charlotte Jensen will neben Aufnahmen für ihren Blog auch ein professionelles Video zum CHIO machen. Und so sieht das dann aus. Foto: Harald Krömer
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Annica Hansen bei ihrem Fantreffen in der Blogger-Lounge beim CHIO. Foto: Harald Krömer

Aachen. 13 Uhr: Interview, 13.30 Uhr: Sponsoren treffen, 14 Uhr: Meet and Greet in der Bloggerlounge und zwischendurch noch ein paar Fotos mit den Fans. So sieht ein Tag beim CHIO für Harriet Charlotte Jensen aus.

Die 25-Jährige ist eine von 14 Reitsport-Bloggerinnen aus Deutschland, die eingeladen wurden, über das Weltfest des Reitsports in den Sozialen Medien zu berichten. Mehr als 78.500 Menschen folgen ihr bei Instagram, 36.500 bei Youtube und 18 200 bei Facebook. Doch für Jensen machen viele Follower längst nicht den Erfolg aus – sie verfolgt eine andere Strategie.

Die Hamburgerin wird beim CHIO von Fotografin und Kamerafrau Franziska Sack begleitet. Seit einem Jahr setzen die beiden gemeinsam Video-Projekte für Jensens Youtube-Kanal um. Mit Video- und Fotokamera, Camcorder und Smartphone sowie mehreren Taschen bepackt geht es hinauf auf die schattige Pressetribüne des Hauptstadions. Luft schnappen. Bevor es zum nächsten Termin geht, bleiben ein paar Minuten, in denen Jensen von ihrem unerwarteten Erfolg erzählt.

2013 fing alles an

Begonnen hatte alles 2013 mit einem Auslandsblog für ihre Freunde und ihre Familie. Als Jensen ein halbes Jahr in den Niederlanden studierte, postete sie regelmäßig Bilder mit ihren Pferden in ihrem Blog. Schnell folgten ihr im Netz viele Menschen über den Freundeskreis hinaus. Als sie zudem Social-Media-Kanäle wie Instagram, Facebook und später auch Youtube bespielte, ging es steil bergauf. Mit der Unterstützung ihrer Eltern wagte sie dann den großen Schritt: Sie brach ihr Studium ab und wurde hauptberuflich Bloggerin.

Dabei war es eigentlich nie ihre Absicht, bekannt zu werden. „Ich will nicht im Mittelpunkt stehen“, sagt Jensen. „Für mich stehen meine Pferde im Fokus, und ich bin zwangsläufig dabei.“ Anders als viele andere Blogger lehnt sie daher öffentlich angekündigte Fantreffen strikt ab. „Statt wie am Fließband mit Fans Selfies zu machen, möchte ich mir Zeit nehmen und mit ihnen reden.“

Wie groß der Hype ist, den die Blogger auslösen, zeigt sich beim Fantreffen von Annica Hansen in der Bloggerlounge. Eine Gruppe junger Mädchen versammelt sich vor dem Zelt, das mit viel Pink und silbernen Ballons hergerichtet ist. Hansen, die bei Facebook und Youtube die meisten Follower der 14 CHIO-Bloggerinnen hat, ist nicht nur aus den Sozialen Medien bekannt, sondern vor allem als Moderatorin bei Pro Sieben.

Für Harriet Charlotte Jensen bedeutet das Fantreffen: Schnell weg. Aber auch sie kommt nicht um das eine oder andere Foto herum. Grundsätzlich sei ihre Zielgruppe, die altersmäßig zwischen 18 und 25 Jahren liegt, aber aus dem Fanalter heraus, sagt sie. 85 Prozent ihrer Follower seien weiblich. Regelmäßig analysiert sie ihre Zielgruppe und wertet aus, was besonders gut in den Sozialen Medien ankommt und was nicht. Ein Geheimrezept? „Gibt es nicht“, sagt sie. In ihren „Daily Vlogs“ (Video-Blogs), einem besonders schnelllebigen Medium, setzt sie auf Natürlichkeit. „Ich spreche dabei ganz frei und verstelle mich nicht“, sagt Jensen. Auch beim CHIO packt sie immer wieder den Camcorder aus und erzählt ihren Followern, was sie an diesem Tag erlebt.

Dazu gehört auch der Besuch ihrer Kooperationspartner aus der Reitsportbranche, die auch mit Ständen auf dem CHIO vertreten sind. Jensen bloggt eben nicht nur über den Alltag mit ihren vier Pferden, sondern präsentiert auch Produkte in ihren Fotos und Videos. Hinzu kommen Einnahmen durch Werbung, die Youtube in den Videos platziert. Doch Harriet Charlotte Jensen weiß, dass der Tag kommen wird, an dem sie nicht mehr bloggen möchte.

Daher hat sie einen Plan B: Die 25-Jährige baut sich gerade ein eigenes Unternehmen auf. Als Social-Media-Beraterin für Unternehmen ist sie jetzt schon aktiv und sieht auch ihre berufliche Zukunft darin. Dass der Bedarf in dieser Branche in den nächsten zehn bis 20 Jahren gedeckt sein könnte, glaubt sie nicht. Mehrere Hochschulzertifikate im Social-Media-Marketing hat sie bereits erlangt, an einer Fernuni studiert sie zudem Marketing.

Ganz selbstbewusst sagt sie aber: „Ich brauch’s nicht. Ich mache das nur für meine akademische Laufbahn.“ Und der Erfolg gibt ihr Recht.

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