Prof. Dr. Rolf Mertens stirbt im Alter von 68 Jahren

Von: hpl
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Aachen. Es war an einem kalten Winterabend in einem Aachener Innenstadt-Café. Prof. Dr. Rolf Mertens hörte bescheiden zu, als sich Menschen über Spendensummen unterhielten, konnte sich aber ein bescheidenes Lächeln nicht verkneifen.

Gerade war er von einem Weihnachtsmarkt aus dem Heinsberger Raum zurückgekommen und hatte die Zusage über die neueste Spendensumme in der Tasche. Die war sechsstellig, die Freude war dem Aachener Mediziner unzweifelhaft anzusehen.

Das war neben der medizinischen Kompetenz seine Sache: Spenden sammeln für den guten Zweck, für die Kinderonkologie, für den Förderkreis Hilfe für krebskranke Kinder und für weitere soziale und medizinische Zwecke. Am 19. Juli ist Rolf Mertens nach langer Krankheit gestorben. Aber er gehört zu den Menschen, von denen man sagen kann, ohne dass es eine Worthülse wäre: Sein Engagement wirkt an vielen Stellen und vor allem in vielen Leben segensreich nach.

Zahlen belegen dies: 80 Prozent der Kinder und Jugendlichen werden gesund, wenn sie in die Kinderonkologie des Universitätsklinikums müssen – so hatte Mertens dies einmal im Gespräch mit unserer Zeitung gesagt. Das machte ihn zu Recht stolz, denn er und sein Team waren stets Experten im Kampf gegen den Krebs.

Die Kinderonkologie war mit seinem Namen lange untrennbar verbunden. Seit 1977 wirkte er am Klinikum, in den 80er Jahren begann er mit dem Aufbau der Kinderonkologie und machte sie weit über die Grenzen Aachens hinaus bekannt. Zum einen wegen der fachlichen Betreuung der erkrankten jungen Menschen, zum anderen aber auch wegen der großen Menschlichkeit, die in dieser Klinik gerade wegen der jungen Patienten mehr gefordert ist als sonst irgendwo.

Ob nun Weihnachts- oder Karnevalsfeiern, ob Besuche von Profifußballern oder anderen Prominenten – Rolf Mertens, selbst Familienvater, schuf sich immer Freiräume, um die menschlichen Komponenten in die medizinische Arbeit einfließen zu lassen. Dies war für die Kinder und Jugendlichen genauso wichtig wie für die Eltern, die essenziell in den Therapieprozess eingebunden wurden und werden.

Dies führte bereits früh zur Gründung des Förderkreises für krebskranke Kinder, in dem engagierte Ehrenamtler und medizinische Profis im Schulterschluss die Betroffenen in allen möglichen Lebenslagen beraten und begleiten. Auch für diesen Kreis sammelte Prof. Mertens, der selbst nur 68 Jahre alt wurde, unermüdlich Spenden. Dabei machte er keinen Unterschied, ob diese aus Wirtschaftskreisen, von Charity-Bällen und -klubs oder von Erbauern von Weihnachtskrippen kamen, die für ihn sammelten.

Mertens war aber auch ganz Wissenschaftler, in Berufsverbänden genauso engagiert wie in der Forschung. Denn er hatte stets ein Ziel, das er in einem Interview einmal formulierte und das bezeichnend für ihn war: „Ich glaube nicht, dass hundertprozentige Heilung möglich ist. Aber wir kämpfen dafür, dass die Heilungsquoten noch höher werden.“ Niemand wird bestreiten, dass er dieses Ziel erreicht hat.

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