„Produktionswerkstatt” der Arge zieht eine positive Bilanz

Von: Hanna Sturm
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Nichts verlernen: Frank Lorenz sieht dank seiner Tätigkeit in der Metallwerkstatt positiv in seine berufliche Zukunft. Foto: Wolfgang Plitzner

Aachen. Sinnstiftende und wertschöpfende Arbeit für Menschen, die auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt keine Chance haben. So lässt sich das Projekt „Produktionswerkstatt” der Arge beschreiben. Gemeinsam mit den Kooperationspartnern Wabe e.V., dem Betrieb QualiTec, dem Sozialwerk Eifeler Christen und dem Caritas Behindertenwerk wurden vor einem Jahr 195 Arbeitsplätze in verschiedenen Werkstätten geschaffen.

Die Teilnehmer an dem Modellprojekt können zum Beispiel in einer Metallwerkstatt unter fachlicher Anleitung arbeiten und sich handwerklich fortbilden. Aus gebrauchtem Metall fertigen die Arbeiter Kunst- und Gebrauchsgegenstände, die zum Teil im Sozialkaufhaus Stolberg verkauft werden. Weitere Beschäftigungsfelder sind im ökologischen Landschaftsbau, in einem Nähatelier oder einer Holzwerkstatt.

So sollen die Menschen fit gemacht werden für den regulären Arbeitsmarkt. Wichtig ist dabei neben der fachlichen auch die soziale Unterstützung, denn berufliche Enttäuschungen haben bei vielen Menschen ihre Spuren hinterlassen.

„Das A und O ist die Beziehungsarbeit. Ich muss es schaffen, bis zu dem Menschen durchzudringen, um dann die Hilfestellungen zu geben, die der jeweilige Teilnehmer braucht”, erklärt Miriam Kube, die als Sozialpädagogin in der Metallwerkstatt tätig ist. Häufig gebe sie auch Ratschläge, die über das Geschehen in der Werkstatt hinaus gehen, etwa bei persönlichen Problemen oder Konflikten mit Behörden. „Unsere Arbeit ist ein wichtiger Bestandteil, damit die Menschen nicht in ihrer schwierigen Situation stecken bleiben, sondern sich weiterentwickeln können.”

Diese Chance sieht auch Frank Lorenz, der seit sieben Monaten in der Metallwerkstatt arbeitet. „Hier habe ich endlich wieder etwas zu tun. Ich kann weitere Erfahrungen sammeln und komme nicht raus aus meinem Beruf”, erklärt der gelernte Kfz-Mechaniker. Er fertigt jetzt auch schon einmal Kunstwerke aus Metall - wie die filigrane Rose, an deren Stiel er gerade Blätter schweißt. „Hier kann ich mich auch schon einmal austoben, das macht Spaß”, sagt Lorenz.

33 Teilnehmer in Jobs vermittelt

Prinzipiell können die Teilnehmer zweieinhalb Jahre bei dem Projekt bleiben, das erklärte Ziel sei es jedoch, die Menschen schon früher in eine reguläre Erwerbstätigkeit zu vermitteln, erklärt Stefan Graaf, Geschäftsführer der Arge im Kreis Aachen. 33 Teilnehmer haben das im ersten Jahr geschafft, entweder eine Arbeitsstelle oder einen Ausbildungsplatz gefunden.

Noch bis Ende 2010 läuft das Modellprojekt, aber danach soll nicht Schluss sein, wenn es nach Alois Poquett geht. „Wir wollen versuchen, aus dem Modellprojekt eine dauerhafte Förderung zu schaffen”, betont der Geschäftsführer der Wabe. Der Erfolg im vergangenen Jahr zeige, dass sich in solchen langfristigen Arbeitsgelegenheiten die Fähigkeiten der Menschen wieder entwickelten.
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