Problem wirft „Berna“ nicht aus der Bahn

Von: Katharina Redanz
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Rollout des Formula Student Teams: Der neue Rennwagen wurde präsentiert, der Start birgt eine neue technische Herausforderung. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Carbonfelgen, Allradantrieb, aerodynamisches Design und ein Gesamtgewicht von nur 187 Kilogramm: Das ist „Berna“, der neue Rennwagen des Formula-Student-Teams „Ecurie Aix“ der RWTH. Berna, das fünfte „Ecurie Aix Car Electric“ (eace05), wurde eigens für die kommende Formula-Student-Saison konstruiert und im Rahmen eines offiziellen „Rollouts“ vor mehreren hundert Zuschauern im Hauptgebäude der RWTH präsentiert.

Die Formula Student ist ein Konstruktionswettbewerb für Studenten: In Teamarbeit wird ein Formelrennwagen entwickelt, um damit gegen Teams aus der ganzen Welt anzutreten. Beim Wettbewerb gewinnt aber nicht das schnellste Auto, sondern das Team mit dem besten Gesamtpaket aus Konstruktion und Rennleistung, Finanzplanung und Verkaufsargumenten.

„Es macht Spaß, neben dem Studium kontinuierlich bei einem Praxisprojekt mitzuarbeiten“, sagte Arne Schneider, der seit Oktober 2014 bei „Ecurie Aix“ aktiv ist. Der Maschinenbaustudent kümmert sich vor allem um das Sponsoring, denn ohne Sponsoren, vornehmlich aus der Automobilbranche, sei es nicht möglich, so ein Rennauto zu bauen: „Die Kosten können wir nicht alleine stemmen und die RWTH selbst auch nicht“, so Schneider, obwohl natürlich alle Studenten unentgeltlich arbeiteten.

Der Großteil des über 70-köpfigen Teams, das zu weiten Teilen männlich ist, studiert Maschinenbau, auch Elektrotechniker und Wirtschaftsingenieure sind vertreten. „Wir haben aber auch sogenannte Fachfremde in unseren Reihen“, sagte Marcel Eckert, technischer Leiter des „Ecurie Aix“- Teams, so etwa BWL-Studenten. „Bei uns ist jeder willkommen“, so Eckert, „selbst für einen Medizinstudenten würden wir eine Aufgabe finden – vielleicht müsste der einen Fahrersitz entwickeln, der gut für den Rücken ist.“

Seit 1999 ist die RWTH bei den internationalen Formula-Student-Events vertreten, in den letzten Jahren immer erfolgreicher: Bei der für „Ecurie Aix“ wichtigsten Veranstaltung am Hockenheimring wurde im vergangenen Jahr Platz 9 von insgesamt 120 Teams erreicht, auf der Weltrangliste steht das Team der RWTH aktuell auf Platz 11 der Elektro-Teams. Bei Letzteren wird seit 2014 mitgemischt: „Vor zwei Jahren haben wir uns nach insgesamt zehn Autos mit Verbrennungsmotoren dazu entschieden, nur noch Elektroautos zu entwickeln“, erklärte Eckert, „so haben wir deutlich mehr Möglichkeiten, die Fahrdynamik zu verbessern, als mit Verbrennungsmotoren.“

Bei Berna, dem bereits fünften E-Auto, sei wieder alles neu: „Wir haben jetzt einen Allradantrieb, in jedem Rad steckt ein Motor.“ Außerdem neu seien laut Eckert die verwendeten Zehn-Zoll-Felgen, vordem seien größere – und somit deutlich schwerere – Felgen verwendet worden.

Eckert ist sichtlich stolz auf das neue Auto, genauso wie das gesamte Team, das sich zur feierlichen Enthüllung komplett auf die Bühne drängte. Rund 15 Monate Arbeit stecken in dem Rennwagen. Alle Akteure sind gespannt auf Mitte August, wenn am Hockenheimring die „Formula Student Germany“, das für „Ecurie Aix“ wichtigste Event, stattfindet. Ziel ist es, unter die besten Fünf zu kommen. Viel schief gehen kann da aber eigentlich nicht, glaubt man der alten Theaterregel zu Generalproben: Die – beziehungsweise das „Rollout“– ging zunächst leider daneben.

Nach der Präsentation im Hauptgebäude sollte Berna auf Jungfernfahrt durch die Kármánstraße gehen – ein Sensor am Gaspedal allerdings machte einen Strich durch die Rechnung, der Wagen blieb stehen. „Ärgerlich, jetzt wo die vielen Leute zuschauen“, hieß es im Team, ein paar Stunden zuvor sei das Auto problemlos gefahren. „Aber kein Problem, wir setzen uns daran, und dann wird Berna wieder einwandfrei laufen.“

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