Aachen - Pro Sekunde fließen 1000 Liter Wasser

Pro Sekunde fließen 1000 Liter Wasser

Von: Anja Klingbeil
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Und abwärts: 15 Meter geht es
Und abwärts: 15 Meter geht es von der höchsten Stelle bergab. Dabei erreichen die Boote knapp 65 Kilometer pro Stunde. Da spritzt das Wasser gewaltig. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Der Kollege wollte es ganz genau wissen: Wie funktioniert das eigentlich bei der Wildwasserbahn mit dem Wasser? Also auf zum Öcher Sommerbend und nachgefragt. Dort ist die Wildwasserbahn „Poseidon” eine der Attraktionen.

Besonders an heißen Tagen ist die rasante Fahrt durchs kühle Nass eine willkommene Erfrischung.

Der Gast nimmt in einem der kleinen Boote seinen Platz ein. Die ähneln einem ausgehöhlten Baumstamm. Und sind schon von den Einsätzen zuvor teilweise reichlich nass. Da bleibt schon beim ersten Hinsetzen der Hosenboden nicht trocken. Die Fahrt beginnt ruhig und gemächlich.

Das Boot schaukelt ein wenig hin und her. Dann geht es steil bergauf. Sieben Meter ist die erste Steigung hoch. Oben angekommen senkt sich der schwimmende Untersatz und rauscht rasant bergab.

In einer kleinen Schaltzentrale sitzt Fritz Heitmann. Ihm gehört das Fahrgeschäft. Der gebürtige Münsteraner betreibt mit seiner Familie drei der schönsten und größten Wildwasserbahnen, die auf deutschen Kirmesplätzen zu finden sind. Und der Mann, dessen Markenzeichen die qualmende Zigarre ist, sprudelt beim Thema Wasser gleich los.

240 Kubikmeter davon verteilen sich auf der 52 mal 21 Meter großen Anlage. Die wurden per großen Schläuchen eingefüllt. Damit das Wasser während des zehntägigen Spektakels auf dem Bend nicht schlecht wird, ist es mit ein wenig Chlor sowie mit Algenschutzmitteln versetzt.

Angekommen ist die Wildwasserbahn auf insgesamt 13 Sattelzügen. Viele kleine und große Einzelteile galt es zusammenzubauen. Vier bis fünf Tage benötigten Heitmann und acht Mitarbeiter für den Aufbau. Denn jede Schraube muss richtig sitzen, damit bei der Kanallänge für 300 Meter nirgendwo Wasser ausläuft. „Nachfüllen müssen wir während der zehn Tage, die wir hier stehen nicht”, sagt der 62-Jährige.

Das Wasser, das während der Fahrt aufgewirbelt wird, wird wieder aufgefangen. Lediglich an heißen Tagen verdunstet etwas. Aber eben nur in geringen Mengen.

Mehr als 1000 Liter pro Sekunde schießen durch die Anlage. Das treibt die rund 13 Boote, die unermüdlich ihre Runden drehen, stetig vorwärts. Rund dreieinhalb Minuten dauert eine Fahrt. Wer dann aussteigt, ist entweder nur ein bisschen nass, weil er durch seinen Vordermann geschützt war.

Sehr nass. „Oder er hat sich nass gemacht”, sagt Heitmann und lacht. Richtig nass sind die Fahrgäste spätestens nach dem zweiten Schuss. Der ist mit zwölf Metern noch einmal fünf Meter höher als der erste. Mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 65 Stundenkilometern rasen die Boote den Abhang hinunter. Und unten sind die meisten Gäste dann auch wirklich pitschnass.

17 Jahre alt ist die Poseidon-Bahn. Vor fünf Jahren hat Fritz Heitmann das gute Stück mächtig aufgemöbelt. Knapp zwei Millionen würde so eine Anlage kosten, wenn man sie neu kauft, schätzt der Schausteller. Gesteuert wird mittlerweile alles per Computer. Auch der sorgt dafür, dass die Boote nie zu nah aufeinander auffahren oder gar zusammenstoßen.

Gibt es ein Problem, schaltet das System automatisch ab. Und was passiert mit dem Wasser, wenn der Bend in der nächsten Woche zu Ende ist? „Das lassen wir ab. Entweder als Oberflächen-Wasser oder in den Kanal”, sagt Fritz Heitmann. So funktioniert das also auf der Wildwasserbahn.
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