Aachen - Pro Jahr geht in 2000 Haushalten plötzlich das Licht aus

Pro Jahr geht in 2000 Haushalten plötzlich das Licht aus

Von: Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:
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Pro Jahr geht in 2000 Haushalten plötzlich das Licht aus - und zwar, weil die Rechnung nicht bezahlt wurde. „Energiearmut” ist laut Stawag nicht immer der Auslöser. Foto: imago

Aachen. Mindestens 2000 Mal gehen in Aachener Haushalten jährlich die sprichwörtlichen Lichter aus - und/oder die Heizung bleibt kalt. Denn alleine 2000 Mal sperrt die Stawag Kunden die Energiezufuhr, weil diese ihre Rechnung nicht bezahlt haben.

Diese Zahl nennt Eva Wußing, Sprecherin der Aachener Stadtwerke, auf Anfrage.

Aber: Die jüngst viel zitierte „Energiearmut” ist bei weitem nicht alleine der Grund dafür. „Energiearmut” meint, dass Menschen mit geringem Einkommen die steigenden Energiepreise nicht mehr zahlen können. Im Bundestrend nimmt die Zahl der davon Betroffenen stark zu. Dass das auch in Aachen so ist, kann Wußing allerdings nicht bestätigen: „Die mir vorliegenden Zahlen sind seit sechs Jahren annähernd konstant”, sagt sie.

Will sagen: Weder die Finanzkrise noch die steigenden Energiepreise haben in der „Abschaltstatistik” zu großen Ausschlägen geführt. Die Zahlungsmoral habe sich insgesamt sogar leicht verbessert, wie eine andere Stawag-Statistik besagt. In Sachen „Energiearmut” werde überdies einiges getan. So unterstütze die Stawag zum Beispiel die freiwilligen Energiesparchecks der Einrichtung „Spectrum” im Caritasverband.

Wer Probleme mit seiner Stromrechnung hat, kann analysieren lassen, an welchen Ecken und Enden er sparen kann. Rund 1300 Beratungen habe es seit 2009 gegeben. Im Schnitt sei pro Fall eine Ersparnis von 130 Euro im Jahr herausgekommen. Die Stawag helfe als Sponsor dann zum mit „Hardware” - zum beispiel abschaltbaren Steckerleisten oder dergleichen. Seit 2005 gebe es zudem die Möglichkeit, dass die Energierechnung direkt von der Arge beziehungsweise heute dem Job-Center bezahlt wird. Neu hinzugekommen ist das Modellprojekt „NRW bekämpft Energiearmut”, das allerdings gerade erst anlaufe.

Die Stawag appelliert: Wer Probleme beim Bezahlen der Energierechnung hat, solle sich frühzeitig melden, damit eine Lösung gefunden werden kann - und nicht erst, wenn der Energiezugang gesperrt wird. Zeit dazu ist genug. Es gibt eine erste Mahnung, dann eine zweite und dann die Einleitung eines Inkassoverfahrens. Da gehen schon rund 60 Tage ins Land. „Trotzdem kommt mancher erst, wenn die Sperre eingetreten ist”, berichtet Eva Wußing.

Schnellstmöglich werde dann geschaut, wie man den Kunden sozusagen wieder unter Strom setzt. Mit einer Einzahlquittung oder einer Übernahmeerklärung des Job-Centers versuche man die Freischaltung noch am selben Tag hinzubekommen.
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