Private Saunabetreiber sehen „unlauteren Wettbewerb“

Von: stm
Letzte Aktualisierung:
9025565.jpg
Wellness-Oase im Konkurrenzkampf: Um mithalten zu können, wollen die Carolus Thermen investieren – vor allem in den Saunabereich.

Aachen. Bei diesem Thema muss Stamos Papas Dampf ablassen. Denn als er las, dass es in Aachen Gedankenspiele gibt, bis zu fünf Millionen Euro in die Attraktivierung der Carolus Thermen – insbesondere des Saunabereichs – zu investieren, da stieg die Temperatur beim geschäftsführenden Gesellschafter der Roetgen-Therme deutlich an.

 Papas spricht – auch, wie er sagt, im Namen von Manfred Wirtz vom Saunapark Würselen – von „unlauterem und verzerrtem Wettbewerb“.

In Aachen wird derzeit überlegt, neben technischen Sanierungen demnächst auch kräftig Geld in die Aufhübschung der 14 Jahre alten Carolus Thermen zu stecken. Erste Grobkonzepte hatte deren Chef Werner Schlösser vor kurzem dem Aufsichtsrat und später auch der Politik im größeren Kreis präsentiert. Konkret ist zwar derzeit nichts. Es gibt keinerlei Entscheidungen der Gremien. Aus der Politik ist aber durchaus Verständnis für die Wünsche zu vernehmen.

Als eines der Argumente wird der Bau einer riesigen Sauna- und Badelandschaft in Euskirchen genannt, die den Carolus Thermen das Wasser abgraben könne. Da müsse man mit neuen Angeboten gegenhalten. Nach Ansicht von Papas, der die Roetgen-Therme seit 23 Jahren betreibt, ist das nur vorgeschoben: „Man könnte vielmehr meinen, dass den Carolus Thermen auf diese Art und unter dem Einsatz öffentlicher Gelder, also Steuergelder, eine Monopolstellung in der Region verschafft werden soll.“ Überdies erhalte die Aachener Therme ohnehin seit jeher einen Millionenzuschuss. Zwar erwirtschafte die Anlage die laufenden Kosten, nicht aber Zinsen und Tilgung für die damaligen Baukredite. Derzeit beläuft sich der jährliche Zuschuss auf etwa 1,5 Millionen Euro. Zudem müsse man Euskirchen als Konkurrenz schon wegen der Entfernung kaum fürchten, zumal sich dort der Fokus vor allem auf das Kölner Revier richte.

Stamos Papas rechnet vor, dass es vor dem Bau der Carolus Thermen eine „vielfältige und blühende Saunalandschaft“ in Aachen und der Städteregion gegeben habe. Heute seien gerade noch vier Betriebe – außer den drei genannten das Aquana in Würselen – übrig. Und die Besucherzahlen gingen in der Region zurück – entgegen dem Bundestrend. Das bereite der Branche sorgen, zumal ab Juli 2015 auf Sauna-Eintrittspreise 19 statt bisher sieben Prozent Mehrwertsteuer erhoben werden müssen, was die Sache nicht gerade leichter mache. Es sei auch dahingestellt, ob die öffentliche Subventionierung eines in Konkurrenz zur Privatwirtschaft stehenden Saunabetriebs mit EU-Recht konform sei. Die Thermen würden seitens der Stadt als „Freizeitstätte“ bezeichnet, dabei seien sie keinesfalls mit Sportplätzen oder Schwimmhallen als Einrichtungen der städtischen Daseinsfürsorge vergleichbar.

Papas betont, dass die Carolus Thermen „selbstverständlich das Flaggschiff in der Städteregion“ seien. Aber die Stadt müsse auch daran interessiert sein, „Schaden von den anderen Betrieben abzuwenden“. Dabei müsse es darum gehen, die gesamte Städteregion auch mit Unterstützung der Tourismusförderung als „Wellness-Region“ zu vermarkten – unter Einbeziehung aller Angebote. Papas: „Es wäre schön gewesen, wenn man mit uns auch einmal darüber gesprochen hätte.“ Jetzt will der Thermenbetreiber von sich aus zum Gespräch bitten. Ihm schwebt ein runder Tisch zu dem Thema vor, an dem alle Entscheidungsträger über „kreative Lösungen“ reden sollen.

Leserkommentare

Leserkommentare (2)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert