Prinzengarde und Oecher Storm nehmen „Drohung ernst”

Von: Robert Esser
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Aachen. Ob die zwei einzigen Reiterkorps des Aachener Karnevals - Prinzengarde und Oecher Storm - nach der Absage für Kinder- und Rosenmontagszug in den kommenden Jahren wieder mit Ross und Reiter dabei sind, bleibt offen.

„Aber wir haben das fest vor”, sagte Prinzengarden-Kommandant Markus Bongers am Mittwoch bei einer eigens anberaumten Pressekonferenz.

Am Vortag hatten die Garden die berittene Teilnahme mit ihren insgesamt über 40 Pferden und Ponys gestrichen, nachdem ein anonymer Anrufer mit dem „Abfackeln” des Stalls gedroht hatte, falls dieser - wie in den Vorjahren - Pferde für Karnevalsumzüge zur Verfügung stellen würde. „Wir sind gezwungen, die Drohung ernst zu nehmen”, erklärte Bongers. „Beide Korps möchten nicht verantworten, dass es zu Übergriffen auf die Reitställe oder in den Umzügen zu nicht vorhersehbaren Übergriffen kommt”, sagte er.

Bongers und der Kommandant der Oecher Storm, Hans-Jürgen Begas, betonten, dass die Absage allein der „kriminellen Drohung offenbar militanter Tierschützer” geschuldet ist. Mit der Debatte um medikamentös beruhigte Pferde (Sedierung) habe die Entscheidung nichts zu tun. Zumal man die eingesetzten Pferde niemals sediert habe.

„Beide Korps stellen ausdrücklich klar, dass ihre Absage zur Teilnahme von Reitern kein Eingeständnis einer unsachgemäßen Vorbereitung oder eines unsachgemäßen Umgangs mit den einzusetzenden Pferden darstellt”, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung. „Wir erfüllen sämtliche Anforderungen, die das Veterinäramt formuliert hat.” Und weiter: „Unsere noch so intensive Vorbereitung unserer Reiter auf einen Umzug nützt leider nichts, wenn wir einer aggressiven Einwirkung vom Straßenrand ausgesetzt wären.”

Kritik äußerten die Reiterkorps an der Stadt und dem Ausschuss Aachener Karneval: „Leider sorgen weder die Stadt noch der Veranstalter der Züge dafür, dass wir als Reiter sicher sind”, monierten Bongers und Begas. In Köln - wo bis zu 560 Pferde im Karnevalszug unterwegs sind - sei der Zugweg durchgehend mit Absperrungen gesichert. In Aachen ist dies nur an einigen besonders dicht mit Zuschauern gefüllten Engstellen der Fall - zum Beispiel am Theater.

Begas wehrte sich zudem vehement gegen weitere anonyme Anschuldigungen: „Der Vorwurf, dass unsere Reiter alkoholisiert auf dem Pferd sitzen, ist eine bodenlose Unverschämtheit!” Es gelte vielmehr absolutes Alkoholverbot im Sattel. Und dieses sei konsequent eingehalten worden.

Zum Fettdonnerstag ist die Stimmung in den Reiterkorps demnach denkbar schlecht: „Schade ist, dass es einzelnen Radikalen gelingt, mit nicht rechtsstaatlichen Mitteln eine generationsübergreifende, über hundertjährige Tradition der Aachener Reiterkorps zu gefährden”, klagte Bongers. Nur die Stadtreiter - eine ehemalige Polizeistaffel - werden nach dem jetzigem Stand der Dinge beim diesjährigen Karnevalszug ihre zehn Pferde satteln - sonst niemand.
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