Prinz Axel II.: Da wird Jecksein zur harten Arbeit

Von: Georg Dünnwald
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Der Prinz und sein Hofstaat freuen sich schon auf ihren nächsten Auftritt. Die Tollität trägt ein schwarz-gelbes Kostüm, Prinzenberater Alwin Fiebus (l.) ist Napoleon, Hofmarschall Thomas Jägerberg (r.) unterscheidet sich ebenfalls von den in Reiterfräcken bekleideten Hofstaatsmitgliedern. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Der vergangene Freitag ist hart für Prinz Axel II. (Schwartz) und sein Gefolge. Mehr als neun Stunden sind er, sein Hofstaat und die Prinzengarde unterwegs gewesen. Zehn Termine sind zu bewältigen. Was nichts anderes heißt, als rund 200 Minuten auf Bühnen zu stehen und das Narrenvolk zu unterhalten. Jecksein wird da zur harten Arbeit.

Der Öcher Prinz, der in diesem Jahr ein wahrer Volksprinz ist, kommt kaum zum Durchatmen. Rein in den Sitzungssaal, raus ins Auto, rein in den nächsten Raum, raus ins Auto, das hält sich an dem Abend dran.

Begonnen hat der Tag für die Tollität und seine Männer mit der Generalprobe zur Ordensverleihung „Wider den tierischen Ernst“ gegen 15 Uhr im Eurogress. Die geht für ihn ohne Probleme über die Bühne. Deshalb ist schon für 17.45 Uhr ein Termin bei der Brander Arbeiterwohlfahrt angesetzt. Allerdings: Diesen Termin können der Öcher Prinz, die Prinzengarde und der Hofstaat nicht pünktlich einhalten, die Generalprobe dauerte etwas länger als gedacht.

„Wie viele Jecke sind im Saal?“

Die ersten Fragen, die die Hofstaatsmitglieder oder auch die begleitende Prinzengarde dem Hofmarschall Thomas Jägerberg stellen, sind die nach der Stimmung im Saal, oder etwa: „Wie viele Jecke sind im Saal?“ Denn Jägerberg ist immer etwas eher am Veranstaltungsort. Er muss dafür sorgen, dass seine Mannschaft mit der Prinzengarde und der Kapelle der berittenen Leibgarde der Tollität einen pünktlichen Auftritt hinlegt.

Das Prinzen-Programm ist pickepackevoll, die Auftritte sind minuziös geplant. „20 Minuten sind für die Öcher Tollität und ein weiteres Kurzprogramm der Prinzengarde vorgesehen. Plus einer Anfahrt von nochmals etwa 20 Minuten“, erklärt der Hofmarschall. Er macht die Termine aus und plant die Wochenenden sowie die anderen Auftrittstage komplett durch. „Mehr als 240 kommen während der heißen Phase ab Januar schon zusammen“, weiß der Herr der Termine.

Dennoch: Es bleibt oft nur beim Streben nach Pünktlichkeit, weil noch andere Karnevalskünstler auf der Bühne stehen, und sich am liebsten gar nicht verabschieden wollen von ihrem Publikum. So wie bei der Damensitzung der KG Oecher Prente, die im Alten Kurhaus über die Bühne geht. Bevor der Prinz drankommt, geben sich noch drei männliche Prente-Mitglieder die Ehre, zeigen gar bloße Beine, was die Frauen im Publikum zum Kreischen bringt.

Der 50-jährige Prinz behält die Ruhe, nichts scheint ihn aus der Fassung bringen zu können. „Ich habe es mir doch selbst ausgesucht“, sagt er achselzuckend. Er ist stets guter Laune, seine Hofstaatsmitglieder, die noch zu Beginn der sechswöchigen jecken Laufbahn einen eher steifen Eindruck machten, sind nun absolut gelöst.

Alle haben die gleichen Reiterfräcke an, nur die Farben der Röcke unterscheiden sich. D‘r Düvel Ralf Bongartz hat beispielsweise einen knallroten Frack an, und wenn er seinen Zylinder lüftet, wachsen ihm zwei Hörnchen keck aus dem Kopf. Und et Schängche Willi Meyer trägt stets die Öcher Holzpuppe am Führungsstab mit sich.

Eine stolze Präsidentin

Der Prinz fühlt sich wohl, wenn er einen mittelgroßen Saal, etwa die Kappertz-Hölle, betritt und auf das „normale“ Öcher Publikum trifft. Bei der Sitzung der KG Rübezahl Silesia laufen er und seine Leute zur Höchstform auf. Die Präsidentin Edith Kravec ist richtig stolz auf den prinzlichen Besuch.

So ist es auch beim Pfarrkarneval von St. Michael an der Zeise, bei den närrischen Frauen von Richterich in der Peter-Schwarzenberg-Halle und nicht zuletzt bei den Kirchenmäusen von St. An–dreas in der Soers.

Die Säle und Sälchen sind stets proppenvoll. Oft beschlagen sogar die Brillengläser beim Betreten der Partyräume. Auch dort feiern Prinz und Hofstaat große Erfolge. Kein Wunder, denn Prinz Axel II. gesteht offen: „Ich liebe den Volkskarneval.“

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