Prima Bilanz: Theater surft weiter auf der Erfolgswelle

Von: Matthias Hinrichs
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Nicht nur das Große Haus brummt: Viele Produktionen auch im Mörgens und in der Kammer des Theaters Aachen waren in der vorigen Spielzeit ausverkauft. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Die erste große Premiere der neuen Spielzeit ist gerade gelaufen – und die Führungsriege im Theater Aachen scheint bestens gerüstet für den nächsten erfolgreichen Auftritt: auf der politischen Bühne. Denn das Ensemble reitet weiter auf einer veritablen Erfolgswelle.

So lässt sich die Bilanz der jüngsten Saison zusammenfassen, die Intendant Michael Schmitz-Aufterbeck am Donnerstag im Betriebsausschuss des Rates für Theater und VHS vorstellt (17 Uhr, VHS-Forum, Peterstraße 21-25).

Zwar liegt der Jahresabschluss 2013/14 noch nicht in Gänze vor, laut Prognose kann das Haus unterm Strich aber einen Überschuss von rund 50.000 Euro vermelden – angesichts der aktuellen jährlichen Finanzspritzen von rund 19,4 Millionen Euro kaum mehr als der berühmte Tropfen auf den heißen Stein, aber ein positives Signal im Spiegel permanent dräuender Debatten wegen notorisch knapper kommunaler Kassen.

Zumal die Auslastung der Inszenierungen einmal mehr beachtliche Ergebnisse zeitigt. Rund 148.000 Zuschauer verzeichnete das Theater insgesamt. Das sind allerdings 12.000 weniger als in der Vorsaison, in der das bisherige Spitzenergebnis in der neunjährigen Amtszeit des Intendanten eingefahren werden konnte – was indes vor allem mit der großen Resonanz bei der jüngsten Chorbiennale begründet wird.

Dennoch zählte das Haus damit immer noch rund 32.000 Buchungen mehr als in der letzten Saison unter Führung von Schmitz-Aufterbecks Vorgänger Paul Esterhazy anno 2004/05. Auch die Zahl der Abos ist mit rund 3000 stabil geblieben – allerdings auf vergleichsweise eher niedrigem Niveau: Vor fünf Jahren zählte das Theater noch über 3400 Dauergäste. „Zurzeit arbeiten wir daran, die Abozahlen auch durch flexiblere Angebote wieder zu erhöhen“, sagt Verwaltungsdirektor Udo Rüber.

Denkbar produktiv kommt das Ensemble ohne Frage über die Rampe – trotz permanenter personeller Probleme wegen unbesetzter Planstellen und krankheitsbedingter Ausfälle (die wiederum teure Gastspiele erforderlich machen). 24 Premieren, darunter drei Uraufführungen, sind zwischen September 2013 und Juli 2014 auf die Bretter gehoben worden. Erwartungsgemäß hat sich dabei vor allem die „kleine Hexe“ als echte Überfliegerin erwiesen. Das Familienstück hat 28.700 Zuschauer in 39 Vorstellungen begeistert. Shakespeares „Hamlet“ zog stolze 6635 Besucher in seinen Bann – wegen ungebrochen großer Nachfrage steht der Klassiker auch in der neuen Saison wieder auf dem Spielplan.

Erfolgreicher denn je entwickelte sich zudem die Auslastung der Produktionen in der Kammer und im Mörgens. Bei den zwölf Aufführungen von Thomas Manns Polit-Parabel „Mario und der Zauberer“ blieb praktisch kein Sitzplatz leer. Auch Bernadette Sonnenbichlers Banker-Drama „Das Himbeerreich“ füllte die Reihen in der Kammer fast permanent. Die Auslastung lag bei 97,5 Prozent. Das Stück wird daher ebenso weiter präsentiert wie Wolfgang Herrndorfs Halbstarken-Eskapade „Tschick“, die bereits 77 Mal vor fast ständig ausverkauftem Haus über die Mörgens-Bühne gerollt ist.

Bei den Sinfoniekonzerten waren in aller Regel immerhin vier von fünf Publikumsplätzen besetzt: Rund 53.000 Klassik-Fans ließen sich die Darbietungen des Orchesters im Eurogress nicht entgehen – mehr noch als unterm Dirigentenstab von Kazeem Abdullahs Vorgänger Marcus Bosch.

Vorläufiges Fazit: Das eine oder andere Loblied dürfte den Theater- und Konzertmachern am Donnerstag im Ratsausschuss sicher sein – auch wenn manche technische Baustelle nach den umfänglichen Sanierungen in den vergangenen Jahren unbeackert geblieben ist. So muss vor allem die Untermaschinerie der Bühne erneuert werden – Kostenpunkt rund 200.000 Euro. „Trotzdem können wir auch in wirtschaftlicher Hinsicht sehr zufrieden sein“, resümiert Udo Rüber. „Denn vor allem die Tariferhöhungen fürs Personal sind in der vergangenen Saison weit höher ausgefallen als kalkuliert.“ Dennoch: Im Rücklagentopf des Eigenbetriebs Theater stehen nach dem kleinen Plus unter der Gesamtbilanz wieder rund 1,2 Millionen zur Verfügung.

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