Aachen - Preuswald: „Unsere Mieter sind zufrieden”

Preuswald: „Unsere Mieter sind zufrieden”

Von: Matthias Hinrichs
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Idyllische Lage, schwierige Situation: Was läuft schief in Preuswald? „Das Problem liegt vor allem in der öffentlichen Wahrnehmung”, sagt Hans-Joachim Härtling. Foto: Manfred Kistermann

Aachen. Was läuft schief in Preuswald? Wo liegen die Schwierigkeiten und Konflikte, wenn es darum geht, die Siedlung rund um die Reimser Straße nachhaltig zu attraktivieren? „Das Problem liegt vor allem in der öffentlichen Wahrnehmung”, sagt Hans-Joachim Härtling.

Der Mann zeichnet als Geschäftsführer des Immobilienunternehmens Deutsche Annington verantwortlich für rund 650 Wohnungen im Quartier nahe der Lütticher Straße. Und geht jetzt in die Offensive.

Tenor: Es sei keineswegs nachvollziehbar, wenn von Seiten der städtischen Verantwortlichen und der örtlichen Bürgerinitiative der Eindruck erweckt werde, eine Aufwertung des Quartiers scheitere an mangelnder (finanzieller) Bereitschaft der Gesellschaft. „Immerhin haben wir in den vergangenen vier Jahren 3,5 Millionen Euro vor Ort investiert. Und wir werden weiter in erheblichem Umfang Geld in die Hand nehmen.”

Von einer „sozialen Schieflage” und zunehmender baulicher Verwahrlosung könne folglich keine Rede sein, weist auch „Business Managerin” Tanja Ullrich die vielfach heftige Kritik aus den Reihen von Politik und Anwohnern zurück. Mit rund 25 Prozent liege etwa die Quote der Hartz-IV-Empfänger keineswegs im kritischen Bereich. Vier von fünf Bewohnern des Viertels seien deutsche Staatsbürger. Allein 2010 habe die Annington dort knapp 80 Wohnungen saniert.

„Gerade haben wir eine Umfrage für zwei Straßenzüge gestartet, um auszuloten, inwieweit Interesse an weiteren Modernisierungsmaßnahmen besteht”, unterstreicht Ullrich. Dass dies mit entsprechenden, gesetzlich zudem gedeckelten „Anpassungen” bei den Mieten einhergehe, liege in der Natur der Sache. Grundsätzlich bestehe indes durchaus kein Sanierungsstau. „Unsere Mieter sind zufrieden”, konstatiert Härtling. Das zeige sich auch darin, dass nur 1,1 Prozent des Bestandes leer stünden.

Zwar sei auch ins Feld geführt worden, dass die Nebenkosten in Preuswald mit vielfach um die 50 Prozent der Warmmiete viel zu hoch lägen. Dies aber liege nicht in der Verantwortung des Unternehmens. Dennoch verhandele man derzeit darüber, die Energieversorgung ab 2013 gegebenenfalls über einen günstigeren Anbieter zu gewährleisten. Dass das neue Stadtteilbüro jetzt eröffnet werden könne, sei nicht zuletzt dem Umstand zu verdanken, dass die Annington das Projekt durch einen „sehr geringen Mietzins” unterstütze. Der Verein In Via habe mit seinem Stadtteilcafé gar zum Nulltarif in der Reimser Straße logiert.

„Dass die Stadt ihm die Mittel gestrichen hat, kann man uns wohl kaum zur Last legen”, sagt Härtling. Auch darüber hinaus habe man viel unternommen, um die soziale Balance zu gewährleisten - nicht zuletzt durch Zuschüsse für qualifiziertes Kita- und Schulpersonal im Umfeld. In Zusammenarbeit mit der Auslandsgesellschaft Deutschland sei jüngst zudem eine Kraft engagiert worden, die vor Ort praxisorientierte Sprachförderung anbiete.

Schließlich: „Auch bei den Stadtteilkonferenzen sind wir gern mit im Boot”, unterstreicht Härtling. Aber: „Die Stadt ist am Zug, wenn es darum geht, die Gesamtstruktur des Quartiers etwa im Hinblick auf Einkaufsmöglichkeiten und Busanbindung zu verbessern.”
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