Prente-Kaffie: Die süße Seite „van os Modderesproech“

Von: Jutta Katsaitis-Schmitz
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Aachen. „Onger os Öcher“ hätte der vorweihnachtliche Nachmittag auch heißen können, wenn er nicht bereits in langer Tradition schon als „Prente-Kaffie“ in die Geschichte des Vereins Öcher Platt eingegangen wäre.

An die 300 Besucher mögen es gewesen sein, die in den Kurpark-Terrassen schmunzelnd dem anheimelnden Klang van os Modderesproech lauschten. Mit heiteren und besinnlichen Rümselcher und Ameröllcher aus der Feder „Alter und Neuer Meister“ wurden Erinnerungen an vergangene Zeiten wach. 22 Vortragende präsentierten zwei Stunden lang in der Regie und Moderation von Dr. Karl Allgaier den reichen Schatz der Heämetsproech.

Mit weihnachtlichen Klängen hatte Gert Leuchtenberg die Besucher eingestimmt und Richard Wollgarten wünschte allen, „die sich hier niedergelassen hatten, einen pläsierlichen Nachmittag“. Apropos „Wollgarten“, es war der Name, der in dieser Runde mehrfach bei den Aktiven zu finden war. Kein Wunder, ist er doch zunehmend „von der Eifel nach Aachen rübergeschwappt“.

So eröffnete Uli Wollgarten mit dem Gedicht „Festäng een Oche“ aus eigener Feder den Reigen der Vortragenden, gefolgt von Judith Wollgarten (16) – weder „verschwippt noch verschwägert“. Sie ist Schülerin des Pius-Gymnasiums und hatte an dem dreitägigen Öcher-Platt-Projekt ihrer Schule teilgenommen. Nun rezitierte sie ihr selbst verfasstes Gedicht über die „Ferijezitt“. Resi Hellemann hingegen erinnerte mit „D’r Namensdaag van de Schulmatant“ daran, wie früher das „Fräulein Lehrerin“ von den Kindern hofiert wurde.

Bei Margret Uerlings ging es bei dem sehnsuchtsvollen „Droum van d’r Jomfer Bäckisch vajjen Rues“ ebenfalls um ein lediges Fräulein, dass dann aber im Himmel seine Glückseligkeit findet. Fast alle Gedichte waren zugleich eine Hommage an Aachen. So auch bei Änne Kemmerich, die von Herbert K. Oprei: „Dat jet et mär e Oche“ vortrug. Darin hieß es unter anderem: „Wasser, Bronne, Bäch än Quelle jet et op de janze Welt. Mär heäße Quelle för ze bade, jeähje Rheuma, jeäje Hoss, för ze drenke jeäge alles – esuet jet et mär beij os!“

Viel, viel Beifall erhielt auch Finne Kühnast für das: „Schiff ahoi“ von Hein Engelhardt. Er schildert darin die Einschiffung der Tiere auf der Arche Noah, bei der es plötzlich einen Stau gibt. Eine Rabe bringt dazu die Schreckensnachricht: „Die Tausendfüßler sind grad’ dran und trecke sich de Schluppe an. Dat kann noch Stunde dauern!“

Im zweiten Teil des Prente-Kaffies weihnachtete es schon sehr. Es ging um de hellije Mann met Esel än Hans Muff, um Second-Hand-Weihnachtsbäumchen und Hein Engelhardts Entschluss: „In diesem Jahr schenken wir uns nichts!“ Das gemeinsam gesungene Lied: „Vür hant ä Kengche fonge“ aber führte zu der Erkenntnis: „Bethlehem es övverall. Mär ä Kenk bruucht mehr, als nur en Stall: Leävde än Jeduld!“

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