Premiere: Selbst die Hexen haben Erbarmen mit „Hänschen“

Von: Angelina Boerger
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Auch das Ensemble ist „verhext“ gut drauf: „Et Schängche än de Mobesenn“ feierte jetzt Premiere. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Im mittelalterlichen Aachen sind die Hexen los. Wer traut sich, der Sache auf den Grund zu gehen? Natürlich: das Öcher Schängche. Bekanntlich hat das kleine Öcher „Hanschen“ vor nichts und niemandem Angst. Das Aachener Sagenspiel „Die Wurmhexen“ oder „Et Schängche än de Mobesenn“, in vier Aufzügen von Will Hermanns, feierte Premiere in der Stadtpuppenbühne.

Denn das Erwachsenenstück wurde wegen seiner spieltechnisch großen Herausforderung seit vielen Jahren nicht mehr aufgeführt. Doch nun soll das tapfere Schängche der bösen Hexe Mobesenn endlich wieder die Stirn bieten.

Zur Handlung: Schängche, von Beruf Dachdecker, hat sich nach einem Unfall einen Buckel zugezogen und kann seinen Beruf nicht mehr ausüben. Doch das Schängche weiß sich auch in dieser Situation selbstverständlich zu helfen. Fortan versucht es sich als Musikant, was seinen größten Konkurrenten Nieres Schladder gar nicht erfreut.

Als er eines stürmischen Abends in seiner geliebten Aachener Altstadt unterwegs ist, trifft er auf den Wachmann Noppenei. Dieser berichtet ihm von einem geheimnisvollen Treiben auf dem Seilgraben, das im Haus der Gräfin Mobesenn seinen Ursprung haben soll.

Dem will das Duo natürlich auf den Grund gehen. Als die beiden Zeuge eines schauerlichen Mitternachts-Spektakels werden, bei dem es vor Katzen, Fledermäusen und schauerlichen Gestalten auf fliegenden Besen wimmelt, reicht es dem ängstlichen Gesetzeshüter und er sucht das Weite. Denn er ist überzeugt: Hier geht etwas nicht mit rechten Dingen zu.

Treffen auf einen „Zirkel“

Doch Schängche denkt nicht an Flucht und möchte dem Spuk auf den Grund gehen. Bei seinen Nachforschungen trifft er auf einen Hexenzirkel, die sogenannten „Wurmhexen“, die die angebliche Zaubergräfin umgeben. Die aufgebrachten Frauen wollen dem Schängche erst an den Kragen, doch als er ihnen zum Tanz aufspielt, haben sie Erbarmen und zaubern ihm zum Dank die Taschen voller Gold und sogar den Buckel weg.

Trotz der schauerlich-schönen Atmosphäre gibt es auch bei diesem großartigen Puppenspiel auf Öcher Platt wieder einiges zu lachen. An Gesang und Tanz fehlt es ebenfalls nicht, denn die Musik von Paul Drießen lässt die Zuschauer klatschen und mitsingen. Wer jetzt Angst hat, er verstehe die Aachener Mundart nicht – hier die Entwarnung.

Keine Angst vor „Singsang“

Selbst die, die nur wenige Worte des „Singsangs“ beherrschen, kommen auf ihre Kosten. Und vielleicht ist es ja genau die richtige Art für alle Generationen, dem tollen Dialekt va os Modderesproech auf diese spielerische Weise zu begegnen.

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