Aachen - Premiere: Phosphor-Theater zeigte „Tschechow undsoweiter...“

Premiere: Phosphor-Theater zeigte „Tschechow undsoweiter...“

Von: Julia Gröbbels
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Premiere eines etwas anderen Tschechow-Stückes: Das Ensemble des Phosphor-Theaters trieb dem Publikum auch mal eine Lachträne ins Auge. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Bunt durchmischt und allesamt unschuldig anmutend hatten sich die Protagonisten des Phosphor Theaters aus drei verschiedenen Stücken Tschechows auf der Bühne versammelt. So machte das Publikum bereits beim Betreten des Aufführungssaals im „Theater 99“ seine erste Bekanntschaft mit den Spiegelungen ihrer selbst, die ihnen in den folgenden drei Episoden mehr als nur eine Lachträne in die Augen treiben würden.

Um jeglicher Verwirrung rechtzeitig vorzubeugen, erschien bald schon der Erzähler und Regisseur des Abends, Raphael Fachner, auf der Bühne. Der informierte über das, was die Zuschauer an diesem Abend, der ein „bunter Tschechow-Reigen“ zu werden versprach, erwarten würde.

Da war zunächst die Geschichte „Der Dicke und der Dünne“, die Fachner gleichzeitig in der Rolle des „Erzählers“ sowie in der Rolle des „Dünnen“ zeigte und somit einen unmittelbaren Einstieg in die Welt der Charaktere Tschechows schaffte. Anschließend wurde mit der „Tragödie wider Willen“ eine Geschichte erzählt, die – wie der Name bereits vermuten ließ – sowohl die tragischen als auch die komischen Momente im Leben eines Beamten auf die Bühne brachte, der selbst im Urlaub an Burnout zu erkranken drohte. Schauspieler Hans-Jürgen Helsig zeigte dem Publikum in der Rolle des gestressten Urlaubsgastes mehr als überzeugend, dass Stress durchaus auch komisch sein kann – sofern ihn jemand anderes hat. „Diese Charaktere, die unter Stress leiden und deren Schwächen immer deutlicher zu Tage treten sind typisch für Tschechow“, so Fachner.

So bot auch der Einakter „Der Heiratsantrag“ mehr als eine Gelegenheit, die Lachmuskeln ausgiebig zu trainieren. Spätestens mit ihrem herausragenden Spiel, das die schrittweise Verwandlung von gesitteten, an die gesellschaftlichen und moralischen Gepflogenheiten angepassten Menschen in rechthaberische, keifende Hysteriker zeigte, räumten Katja Kuhlmann, Hans-Jürgen Helsig und Stefan Peters jeglichen potenziellen Zweifel an der Aktualität und Komik der Charaktere Tschechows aus.

Der minutenlang andauernde muntere Schlussapplaus ließ nicht nur vermuten, dass womöglich das ein oder andere Familienmitglied in den Figuren wiedererkannt wurde, sondern auch, dass der vom Regisseur erhoffte „runde Tschechow-Abend“ mehr als gelungen war.

Weitere Termine und

Tickettelefon

Weitere Aufführungstermine sind der 6., 8., 14. und 15. Juni im Theater 99, Gasborn 9-11. Karten kann man bestellen unter Telefon 27458.

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