Premiere begeistert als echtes Torspektakel

Von: Robert Flader
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Rasanz, Tempo und Treffsicherheit sind die Kennzeichen der Fußball-Hallenstadtmeisterschaft: Wie hier bei der Partie Schwarz-Rot Aachen gegen Raspo Brand (1:4) fielen Tore wie reife Früchte. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Beim ersten Mal ist alles anders. Nicht nur im Fußball, doch vielleicht gerade da: Das erste Spiel, das erste Tor, die erste Verwarnung, ein echter Fall für die lokalen Sportgeschichtsbücher. Eine Ausnahme macht da auch die erste Aachener Stadtmeisterschaft im Hallenfußball nicht.

Vielleicht ist der Premierencharakter auch ein guter Grund für den begeisternden Auftakt des „Budenzaubers” in der Neuköllner Straße. Die neuen Bälle Marke „Futsal” jedenfalls fliegen aus allen Lagen in Richtung Tor, die Anzeigetafel steht nicht lange still.

Ein richtiges Spektakel, bei dem die Aachener Zeitung Medienpartner ist und das die Sparkasse Aachen als Hauptsponsor mit Start- und Siegprämien unterstützt. Die beiden Veranstalter, der VfR Forst und die Aachener Westwacht, haben alles perfekt vorbereitet.

Als „fliegend” - wie die Bälle - könnte man durchaus auch den Wechsel der beiden, in Neongelb gekleideten, unparteiischen Herren bezeichnen. Ein kurzer Blick, ein zustimmendes Nicken und los. Keine Zeit für Small-Talk.

Der Spielplan lässt nur wenige Sekunden zum Durchatmen. Nach dem Spiel ist ja bekanntlich vor dem Spiel. Joachim Hill und Andor Schmitz ist das recht. Schließlich läuft ohne die Männer mit der Pfeife nichts bei dieser ersten Hallenmeisterschaft. „Das macht richtig Spaß”, sagt Hill (52). Der langjährige Spielleiter fühlt sich sichtlich wohl. „Von mir aus könnte jede Woche ein solches Turnier stattfinden.”

Andor Schmitz (19) ist vom Alter her das genaue Gegenteil seines erfahrenen Kollegen. Doch die Begeisterung für den spektakulären „Budenzauber” teilen beide. Ebenso die Passion für das Amt des Unparteiischen. „In der Halle ist es aber schwieriger, ein Spiel zu leiten. Man pfeift kleinlicher.”

Er notiert Tore, Karten und weitere Auffälligkeiten während des Spiels. Spielbericht nennt man das in der Fachsprache. „Auch wir haben hier viel mehr zu tun”, sagt Schmitz und lacht. Gleich muss er wieder auf den Platz, Joachim Hill wird dann die Statistik führen.

„Hallenfußball ist intensiver, geht mehr an die Kondition”, erklärt der Orsbacher, der bereits seit 28 Jahren Fußballspiele in verschiedenen Ligen leitet. Deshalb teilen sich die beiden Unparteiischen auch die Leitung der insgesamt zehn Spiele in Gruppe B. Der eine pfeift, der andere schreibt. Das klappt ganz gut, sie sind ein eingespieltes Team. Auch das ist wichtig für ein solches Turnier.

„Hammergruppe” wartet

Oben auf den Rängen feiert die Mannschaft von Eintracht Kornelimünster gerade den Einzug in die Endrunde (siehe unten). „Da müssen wir uns aber erheblich steigern, wenn wir bestehen wollen”, schätzt Fußballobmann Markus Bausch angesichts der am kommenden Sonntag wartenden „Hammergruppe” mit zahlreichen Landes- und Bezirksligisten wie Hertha Walheim, Westwacht Aachen oder Inde Hahn, bevor er den entscheidenden Satz hinterher schiebt: „Aber in der Halle ist alles möglich - auch für uns.”

Ein paar Meter weiter unten geht es ebenfalls richtig zur Sache. Zahlreiche Tore und spektakuläre Spiele sorgen aus sportlicher Sicht für eine fantastische Premiere. Die vielen Zuschauer freut das. Zahlreiche „Lokalpatrioten” begleiten und bejubeln ihre Mannschaften, vor allem die vermeintlich kleinen Teams, und begeistern sich an wunderschönen und kuriosen Toren im Minutentakt. Emotionen und Leidenschaft, auf den Rängen wie auf dem Platz machen halt den Fußball aus. Auch in der Halle, auch bei der Stadtmeisterschaft.

Doch einen unschönen Zwischenfall gibt es doch: Beim Spiel des Internationalen SV Aachen gegen Eintracht Kornelimünster (0:5) brennen einem ISV-Spieler sprichwörtlich die Sicherungen durch. Unmittelbar nach Abpfiff schlägt er einem Kornelimünsteraner mit der Faust ins Gesicht. Die anschließende Rudelbildung kann erst Minuten später beendet werden, Polizei und Rettungswagen rücken an.

„Eine absolute Schande”, schämt sich Ahmed Brimil, Vorsitzender des ISV, der sich erst einmal nicht weiter zu den Vorgängen und möglichen Konsequenzen äußern will. Stattdessen zieht er seine Mannschaft aus dem Turnier zurück. Leo Pennings vom ausrichtenden VfR Forst wird deutlich: „Man muss darüber nachdenken, ob man den ISV nochmal als Gast zu solchen Turnieren einlädt.”

Doch die sportlichen Schlagzeilen überwiegen am Premierentag. So darf sich etwa Johannes Scharf von Schwarz-Rot Aachen offiziell als erster Torschütze der ersten Aachener Stadtmeisterschaft im Hallenfußball verewigen lassen. Geschichte „made in Aachen”.

Von historischen Momenten bekommen die Männer mit der Pfeife jedoch nicht viel mit. Die Zeit drängt, mal wieder! Das nächste Spiel steht an. Und damit auch der nächste Wechsel der beiden Unparteiischen. Ein kurzer Blick, ein Nicken, Anpfiff. Die Suche nach dem ersten Stadtmeister geht weiter. Am kommenden Sonntag an gleicher Spielstätte.

In der Gruppe E stehen sich gegenüber: Eintracht Kornelimünster, Eintracht Verlautenheide, Hertha Walheim, Westwacht Aachen, Rhenania Richterich, Inde Hahn. In der Gruppe F: VfR Forst, JSC Aachen, SV Eilendorf, Borussia Brand, DJK FV Haaren, C Yurdumspor.

Der nächste Ausrichter des Turniers wird am kommenden Sonntag ermittelt. Ab 10 Uhr beginnen in der Halle Neuköllner Straße die Spiele der Gruppen E-F, das Finale steigt um 18.30 Uhr. Anschließend finden Siegerehrung und Auslosung für 2011 statt.

Gruppe A

SR Aachen - Rothe Erde 2:2 (für beide mit 0:2 gewertet, da je ein Spieler ohne Spielberechtigung)
ISV Aachen - Raspo Brand 4:2
SR Aachen - Kornelimünster 0:4
Rothe Erde - Raspo Brand 1:8
ISV Aachen - Kornelimünster 0:5
SR Aachen - Raspo Brand 1:4
Rothe Erde - Kornelimünster 1:5
SR Aachen - ISV Aachen 0:4
Raspo Brand - Kornelimünster 3:2
Rothe Erde - ISV Aachen 0:3

in der Endrunde: Eintracht Kornelimünster.

Gruppe B

VfR Forst - Germ. Freund 5:1
FVV - VfL 05 Aachen 4:1
VfR Forst - Arm. Eilendorf 4:2
Germ. Freund - VfL 05 Aachen 4:3
FVV - Arm. Eilendorf 1:2
VfR Forst - VfL 05 Aachen 7:3
Germ. Freund - Arm. Eilendorf 1:9
VfR Forst - FVV 2:2
VfL 05 Aachen - Arm. Eilendorf 3:0
Germ. Freund - FVV 2:6

in der Endrunde: VfR Forst.

Gruppe C

Verlautenheide - BW Aachen 4:1
SV Hörn - Laurensberg 1:1
Verlautenheide - SC Nirm 6:4
BW Aachen - Laurensberg 2:4
SV Hörn - SC Nirm 6:0
Verlautenheide - Laurensberg 5:1
BW Aachen - SC Nirm 3:2
Verlautenheide - SV Hörn 1:1
Laurensberg - SC Nirm 4:6
BW Aachen - SV Hörn 3:1

in der Endrunde: Verlautenheide.

Gruppe D

Lichtenbusch - OSV Orsbach 1:5
SV Horbach - VfB 08 Aachen 1:6
Lichtenbusch - JSC Aachen 3:0
OSV Orsbach - VfB 08 Aachen 1:5
SV Horbach - JSC Aachen 2:6
Lichtenbusch - VfB 08 Aachen 2:1
OSV Orsbach - JSC Aachen 1:4
Lichtenbusch - SV Horbach 1:2
VfB 08 Aachen - JSC Aachen 3:7
OSV Orsbach - SV Horbach 3:1

für die Endrunde qualifiziert: JSC Aachen

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