Aachen - Preise: Alemannia steht an der Tabellenspitze

Preise: Alemannia steht an der Tabellenspitze

Von: Robert Esser und Lucy Breucha
Letzte Aktualisierung:
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Aachen steht bei den Stadionpreisen an der unrühmlichen Spitze. Grafik: Horst Thomas

Aachen. 1,50 Mark kostete der Eintritt auf den Tivoli 1965. Seitdem hat sich der Ticketpreis fast verzwanzigfacht. 14 Euro sind zum Start der Rückrunde 2010 (inklusive Vorverkaufsgebühr) für den billigsten Stehplatz, 42 Euro für den teuersten Sitzplatz fällig.

Damit taucht Alemannia Aachen auf unserer Tabelle in Sachen Preisgestaltung eindeutig auf den Aufstiegsplätzen auf. Wenn man Stehplatz und Sitzpreise mittelt, stehen die Schwarz-Gelben sogar unangefochten in beiden Kategorien auf Platz eins unserer Zweitliga-Tabelle. Unmittelbar hinter den Kartoffelkäfern tauchen 1860 München und der FC St. Pauli auf.

Alemannias Pressesprecher Thorsten Pracht erklärt, warum die Preistabelle so große Unterschiede zwischen den Vereinen offenbart: „Generell ist die Vergleichbarkeit der Stadien äußerst schwierig, weil der Stadion-Standard sehr unterschiedlich ist. Man setze nur das Ahlener Wersestadion gegen die Münchener Allianz-Arena.”

Klein, schmucklos und ohne jeden Komfort präsentiert sich das Wersestadion des Tabellenletzten. In einem noch schlimmeren Zustand befindet übrigens das Stadion Oberwerth des TuS Koblenz, wo eine der beiden Kopftribünen nur aus einem provisorischem Stahlrohr-Ensemble besteht und es unter anderem sowohl an Verpflegung als auch an sanitären Einrichtungen mangelt. Zudem ist der Abstand zum Spielfeld wegen der Laufbahn gewaltig - wie etwa auch in Oberhausen. In der Münchener Allianz-Arena (Baukosten: 346 Millionen Euro) und auch am neuen Tivoli (Baukosten 50 Millionen Euro) sieht das natürlich ganz anders aus.

Bedeutsam bei der Bewertung des Preisgefüges in Bundesliga-Stadien ist die Verteilung der Plätze: „Eine Preisgebung folgt immer standortbedingten Faktoren wie etwa einem hohen Stehplatzanteil wie bei uns am Tivoli. Der liegt bei in Aachen bei 33 Prozent, was den durchschnittlichen Erlös pro Ticket natürlich senkt.” Hinzu kommt, dass es eine Fülle - nicht selten bis zu 30 - verschiedener Preiskategorien pro Verein und Stadion gibt. Was auch Vorteile haben kann: „Dazu bieten wir als einer der wenigen Klubs Rabattierungen in allen Preiskategorien.

So sind 45 Prozent unserer Dauerkarten ermäßigt. Im Schulterschluss mit unseren Fans ist im Ticketpreis auch der sogenannte Tivoli-Groschen eingeschlossen, wodurch ein wirtschaftlicher Beitrag geleistet wird, der es uns ermöglicht hat, den Stadionnamen nicht zu vermarkten. Wir wollten uns einfach einen Namen wie Sparda Bank Hessen Stadion, wie der Bieberer Berg in Offenbach in Zukunft heißen wird, HSH Nordbank Arena in Hamburg oder easycredit Stadion in Nürnberg ersparen”, betont Pracht. Und fügt hinzu: „Ein Bereich wie der Familienblock mit seinen speziellen Preispaketen liegen bei uns nicht irgendwo unterm Dach, sondern sehr attraktiv mit bester Sicht aufs Spielfeld.”

Übrigens: Wer sich über Ticketpreise informieren will, wird bei vielen Vereinen auf deren Homegage und an der Hotline mit widersprüchlichen Angaben konfrontiert. Deswegen wurde im Rahmen der Preisrecherche ausschließlich auf die Angaben der jeweiligen Pressestellen vertraut.

Fehlt schließlich nur der Wunsch, dass die Alemannia der Preistabelle nacheifert - natürlich in sportlicher Hinsicht.
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