Aachen - Präsident wirft nächstem Prinz „Spaltung“ vor

Präsident wirft nächstem Prinz „Spaltung“ vor

Von: Robert Esser
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Szene aus glücklichen Tagen: Bernd Marx – hier als tanzender Kaiser Karl – feierte mit den „Friends of Fantasy“ viele Erfolge. Eine Rückkehr schließt er aus. Foto: Heike Lachmann, Ralf Roeger

Aachen. Und Abmarsch: Die KG Horbacher Freunde 1998 e.V. hat am Dienstag Aachens designierten Karnevalsprinz Bernd (I.) Marx als Trainer der vereinseigenen Schautanzgruppe „Friends of Fantasy“ abserviert – und scharfe Kritik am Verhalten des künftigen Narrenherrschers geübt.

Dabei hatte Marx das junge Tanzensemble des ebenso jungen Karnevalsvereins zu vier deutschen Meistertiteln geführt und als gefragte Nummer bei Festsitzungen etabliert. Sein Rücktritt vom Cheftrainer-Posten – auf eigenen Wunsch – war eigentlich erst zur Prinzenproklamation am 11. Januar 2014 geplant. Dann sollte der Prinz aus den Horbacher Reihen, der eigentlich aus Düren-Hürtgenwald stammt, mit schlagkräftiger Unterstützung seiner eigenen Karnevalsgesellschaft einen weiteren Höhepunkt der Vereinsgeschichte schreiben. Doch so wird daraus nichts. Nach jahrelanger erfolgreicher Zusammenarbeit geht man ab sofort getrennte Wege – und zeigt sich beiderseits enttäuscht.

„Wir wissen seit zwei Jahren, dass Bernd als Prinz eingeplant ist“, sagt der Präsident der KG Horbacher Freunde, Wilfried Gottschalk. Man habe das gemeinsam lange geplant – gerade im Hinblick auf die Einbindung des ganzen Vereins. „Das wäre eine super Sache geworden“, sagt Gottschalk. „Aber dann hat sich Bernd einfach nicht mehr an die Absprachen gehalten. Er wollte nur ausgesuchte Tänzerinnen in sein Programm integrieren. Das spaltet den Verein, wirkt sich negativ auf unsere Jugendarbeit aus“, klagt der Präsident. So zog Gottschalk seine Zusage als Mitglied des kommenden Hofstaats zurück – und der Vorstand bei der Personalie Marx die Notbremse: „Seine Pläne, insbesondere deren Durchführung, Prinzenspiel und Schautanz unter einen Hut zu bringen, hielten wir, zum Wohle des Vereins, nicht für sinnvoll“, teilt der Vorstand in seiner schriftlichen Erklärung mit.

Einen Kompromissvorschlag habe Marx abgelehnt, moniert die Vereinsspitze. Stattdessen habe sich Marx ganz gezielt nur bestimmte Talente herausgegriffen, die ihn als Prinzen bei seinen Auftritten begleiten sollen. Gottschalk: „Ein Teil der Truppe geht mit Marx. Aber etwa 20 Tänzerinnen und Tänzer bleiben bei den ‚Friends of Fantasy‘, so dass der Verein nicht in ein riesiges Loch fällt.“ Trotzdem danke man Marx für seine sechsjährige Arbeit „mit vielen emotionalen Momenten, die wir als Verein durchaus zu schätzen wissen und niemals vergessen werden“.

Als Nachfolgerin für Marx haben die Horbacher Jennifer Lander auserkoren. Sie war vor einigen Jahren von der KG Oecher Prente zum sportlichen Rivalen gewechselt. Mehrfach gewann sie in Aachen das Kräftemessen beim Ball der Mariechen, trainierte zuletzt die Jugendabteilung. Sie lobt der Vorstand ausdrücklich: „Wir haben Jennifer Lander als selbstlosen und vereinsloyalen Menschen kennengelernt, deren Ambitionen ausschließlich karnevalistischer Natur sind.“

Marx erklärt auf AZ-Anfrage, er sei über die Entwicklung enttäuscht. Nun gehe er eben als Tanztrainer früher als geplant in Ruhestand und konzentriere sich auf seine Prinzenrolle. Ehrenmitglied der Horbacher Freunde will er bleiben, künftig aber nie mehr irgendwo als Tanztrainer arbeiten. Dieser Abschied habe jedoch ausschließlich persönliche Gründe, sagt er. Der war nur anders geplant.

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