Post aus dem königlichen Palast

Von: Thorsten Karbach
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Prinzenpost: Die Viertklässler der Gemeinschaftsgrundschule Oberforstbach haben individuelle Briefe von Prinz Charles bekommen, nachdem sie ihm Honig geschickt hatten. Die Schüler unterstützten das Anliegen des britischen Thronfolgers, nachhaltige Landwirtschaft zu fördern. Foto: Kurt Bauer

Oberforstbach. Honig hat den Schülern der Katzenklasse eine süße Überraschung beschert. Die Viertklässler der Gemeinschaftsgrundschule Oberforstbach haben nämlich Post von einem richtigen Prinzen bekommen.

Der heißt Prinz Charles, gehört zum britischen Königshaus, und hat allen 19 Kindern der Klasse einen Brief samt Fotos von sich und Frau Camilla oder seinem Hund geschickt. Abgestempelt ist der Umschlag im Buckingham Palace. „Wir waren ganz erstaunt, als die Briefe hier lagen”, sagt Madu, 9 Jahre alt.

Doch wie kommt es, dass ein englischer Prinz deutschen Grundschüler schreibt? Die Geschichte beginnt im Unterricht, in dem sich die Schüler der Agenda-21-Schule schon länger mit Ökologie und Natur auseinander setzen. Dabei haben sie sich auch mit Honig beschäftigt, Lehrerin Christiane Karban war selbst Imkerin. Mit Honig hat sich dann auch Prinz Charles beschäftigt. Der hat selber einen Hof, in dem er ökologische Landwirtschaft betreibt.

Als er dann in einem Interview in einer Zeitung massive Kritik an den Exzessen der industriellen Landwirtschaft, an Pestizideinsatz und Gentechnik äußerte, wurde er von Presse und Industrie scharf kritisiert. Doch Prinz Charles ließ sich nicht beirren, und weltweit haben Imkerverbände sich auf seine Seite geschlagen. Denn die industriellen Entwicklungen der Landwirtschaft bedrohe auch die Bienen. Und so haben die Imkerverbände aufgerufen, Prinz Charles als Unterstützung im Kampf für eine nachhaltige Landwirtschaft Honig zu schicken.

Die Oberforstbacher Grundschüler haben dem Prinzen Honig geschickt. Mehr noch: Sie haben ihm jeder einen Brief geschrieben, in dem sie seinen Mut und seine Bemühungen um die Natur loben. „Wir wollten ihn unterstützen”, sagt Lea, 9.

Eine Antwort hatten sie nicht erwarten, doch die ist nun da. Geschrieben wurde der Brief von Claudia Holloway aus dem königlichen Büro, er hat das Siegel das Prinzen von Wales und ist auf dem Briefpapier von Clarence Haus, dem Amtssitz von Prinz Charles verfasst. „Keiner von uns hat geglaubt, dass Prinz Charles uns diesen Brief schicken würde”, sagt Sebastian, 9.

Prinz Charles hat tausende Honigtöpfe aus aller Welt erhalten. Es gibt Fotos mit den Honigtürmen, die zeigen, welche Unterstützung er im Kampf gegen Genmanipulation und die Überdüngung der Böden bekommt. Mittendrin sind die Oberforstbacher Honiggläser.

Die Schüler haben alle ihre Briefe vor sich liegen. Jeder Brief hat eine persönliche Note. Maurice hatte geschrieben, dass er Hunde mag. Nun hat er ein Foto von Prinz Charles mit einem seiner Hunde. Maurice´ Opa hat einen ähnlichen Hund. Foto und Brief wird er sich aufhängen. Wahrscheinlich über den Schreibtisch. Kira, 9, wird es direkt neben dem Hufeisen ihres Pferdes anbringen.

Der Prinz nennt die Katzenklasse übrigens die „Bienenklasse” wegen ihrer Honigbegeisterung. Zuletzt waren die Schüler zwar mehr Kuhklasse, weil sie auf dem Bauernhof waren und Kühe gemolken haben, doch demnächst wird die Katzen-Kuh-Klasse wieder Bienenklasse. Denn dann besuchen sie Imker Dirk Ziemons. Prinz Charles würde sich über das Interesse freuen.
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