Pontstraße: Kampf unter Studenten endete beinahe tödlich

Von: Wolfgang Schumacher
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Brutale Prügelei unter Studenten: Faris N. (3. von links) wurde vor dem Aachener Schwurgericht zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Foto: Ralf Roeger
Faris N.
Student Faris N. muss sich seit Mittwoch vor dem Aachener Schwurgericht verantworten. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Vor der Aachener Schwurgerichtskammer hat am Mittwoch der Prozess gegen einen 26-jährigen Studenten begonnen, der sich wegen des Vorwurfs des versuchten Totschlags in der Nacht des 31. Januar verantworten muss. Der brutale Angriff fand in Aachens Kneipenmeile Pontstraße statt.

Faris N. soll laut Anklage einen Mitstudenten und Mitzecher brutal niedergeschlagen und dann versucht haben, den bereits am Boden liegenden Bekannten mit vier gezielten Tritten gegen den Kopf zu töten.

Nur durch das schnelle Eintreffen der Polizei morgens gegen 3.50 Uhr sei Schlimmeres verhindert worden, hieß es in dem damaligen Polizeibericht. Als Nachtschwärmer helfen wollten, seien sie von einem Dritten davon abgehalten worden, hieß es weiter. Der hatte gesagt, es handele sich „um einen Streit unter Freunden“.

„Er hat dabei den Tod des anderen billigend in Kauf genommen“, verlas Oberstaatsanwalt Alexander Geimer aus der Klageschrift. Allerdings habe er zur Tatzeit knapp zwei Promille Blutalkohol gehabt und sei nach den Voruntersuchungen nur vermindert schuldfähig gewesen. Nach der Verlesung der Anklage wurde der Prozess unter Vorsitz von Richter Arno Bormann auf den 18. Juli (9 Uhr) vertagt, denn erst dann hatten die Gutachter Zeit.

Der Angeklagte war vier Tage nach der Tat, am 4. Februar, festgenommen worden. Das Opfer, ein 24-jähriger Maschinenbaustudent, sei inzwischen körperlich wieder wohlauf, versicherte der Vertreter der Nebenklage, Anwalt Osama Momen. Allerdings sei sein Mandant wegen des Vorfalls noch in psychologischer Behandlung.

Die hochkarätige Besetzung der Anklagevertretung durch Oberstaatsanwalt Geimer wie auch die kurzfristige Bestellung der Verteidigung mit dem bekannten Kölner Strafrechtler Prof. Ulrich Sommer zeugen von einer gewissen Brisanz des Falles, die eventuell in der Herkunft des Angeklagten liegt.

Er gab bei der Feststellung der Personalien durch Richter Bormann an, ebenso britischer wie saudiarabischer Staatsbürger zu sein. Dem Vernehmen nach hatte sich im vorliegenden Fall bereits eine Botschaft eingeschaltet - welche, war nicht zu erfahren.

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