Kornelimünster - Pontifikalamt als großartiger Start ins Jubiläumsjahr

Pontifikalamt als großartiger Start ins Jubiläumsjahr

Von: Carolin Kruff
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Prächtiger Einzug in die Propsteikirche St. Kornelius: Bischof Mussinghoff und Abt Friedhelm Tissen (rechts). Foto: Andreas Steindl
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Haben sich extra zum Jubiläumsjahr zusammengeschlossen: das symphinische Orchester und der Projektchor unter Leitung von Marco Fühner. Foto: Andreas Steindl
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Feierlich: Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff feierte mit hunderten Besuchern in der Propsteikirche Kornelimünster die Eröffnung des Jubiläumsjahres. Foto: Andreas Steindl

Kornelimünster. Wer am Sonntagvormittag einen Parkplatz im historischen Stadtkern von Kornelimünster suchte, musste schon eine Menge Glück haben. Und wer dann noch einen Sitzplatz in der Propsteikirche St. Kornelius ergattern konnte, hatte gleich doppeltes Glück.

Denn dort wurde mit einem Pontifikalamt das 1200-jährige Bestehen Kornelimünsters gefeiert.

Kein Platz war in der Kirche mehr frei, als Aachens Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff gemeinsam mit Abt Friedhelm Tissen von der Benediktinerabtei Kornelimünster und Dr. Ewald Vienken, Propst von Kornelimünster, das beeindruckende Hochamt vor dem barocken Hochaltar zelebrierte und das Jubiläumsjahr eröffnete. Gäste aus ganz Aachen strömten in den mittelalterlichen Wallfahrtsort an der Inde, um Zeuge dieser außergewöhnlichen Feier zu sein, die tatsächlich genau dort stattfand, wo vor 1200 Jahren alles begann. Denn die heutige Propsteikirche steht genau an dem Ort, an dem einst die Reichabtei gegründet wurde.

Bewegte Geschichte

„Nur wenige Orte können auf einen so langen Zeitraum klösterlichen und kirchlichen Lebens zurückschauen“, würdigte Bischof Mussinghoff diese lange geschichtliche Tradition. Und man könnte es beinahe als Zeichen von oberster Stelle deuten, als mehrmals während der feierlichen Messe die hellen Sonnenstrahlen durch die bunten Kirchenfenster ins Innere der Kirche drangen und die Feierlichkeiten in einem ganz besonderen Licht erscheinen ließen.

Was für Aachen Kaiser Karl ist, ist für den Ortsteil Kornelimünster, der im Jahre 1972 nach Aachen eingemeindet wurde, Ludwig der Fromme, ein Sohn Kaiser Karls, der von 814 bis 817 für seinen Freund und Berater Abt Benedikt von Aniane dort ein Kloster erbauen ließ, das den Benediktinerregeln (Regula Benedicti) folgte. Das war die Geburtsstunde der Stadt Kornelimünster, aber auch die Begründung des ortsansässigen Benediktinerordens, der bis heute in Kornelimünster ein Zuhause hat – wenn auch mittlerweile nicht mehr im Indetal.

Seit 1906 residiert der Orden an der höher gelegenen Oberforstbacher Straße, da die Klosterkirche 1802 nach einer bewegten Geschichte und mehreren Zerstörungen durch napoleonisches Dekret aufgelöst und an die Gemeinde Kornelimünster übergeben wurde. 1953 wurde das „neue“ Kloster zur Abtei erhoben. „Dieses kleine Kloster ist für Kornelimünster und die Stadt Aachen kostbar. Wir danken Ihnen für die geistliche Präsenz und Ausstrahlung“, richtete Bischof Mussinghoff seine Worte direkt an den Benediktinerorden.

Aber nicht nur dieser besondere Geburtstag wird Kornelimünster in diesem Jahr zu einem Anziehungspunkt in der Region machen, sondern auch die anstehende Heiligtumsfahrt, bei der das Schürztuch, das Grabtuch und das Schweißtuch Jesu gezeigt werden. Diese Reliquien übergab Ludwig der Fromme seinerzeit dem Benediktinerkloster.

Später folgten die Reliquien des Hl. Kornelius und des Hl. Cyprianus. Und so appellierte Bischof Mussinghoff nicht nur an die Gastfreundschaft der Einwohner Kornelimünsters gegenüber den Pilgern aus aller Welt, die während der diesjährigen Heiligtumsfahrt den pittoresken Ort besuchen werden, sondern betonte auch die Wichtigkeit von Traditionen: „Es ist ein kostbares Erbe, das Sie in Kornelimünster hüten. Daher ist es wichtig, an altehrwürdigen Traditionen festzuhalten – wenn auch in neuen Formen, damit zu den 1200 Jahren noch viele weitere Jahre hinzukommen.“

Bleibende Erinnerung

Er selbst erinnere sich noch jetzt gerne an seinen ersten Aufenthalt in Kornelimünster in seiner Anfangszeit in Aachen: „Bei einem Spaziergang an der Inde begegnete ich dem damaligen Propst von Kornelimünster, Manfred Müller, der zu mir sagte: ‚Wenn es Ihnen ganz schwer wird in Aachen, dann kommen Sie zu uns ins Münsterländchen. Hier bekommen Sie auch jederzeit einen Kaffee’“. Diese herzliche Geste werde ihm immer in Erinnerung bleiben.

Musikalisch wurde das Pontifikalamt von einem symphonischen Orchester sowie der Kantorei Kornelimünster, einem Projektchor, der sich im Jahr 2011 zum Anlass des Jubiläumsjahres zusammengeschlossen hat, begleitet. Unter der Leitung von Domkantor Marco Fühner erfüllten sie den Chorraum mit Musik von Johann David Heinichens „Missa Nr. 9“.

14 Messdiener begleiteten das Pontifikalamt – und auch Mitglieder der acht Schützenvereine des Münsterländchens waren bei den Feierlichkeiten zugegen. Es war ein ebenso stilvoller wie angemessener Auftakt für das große Jubiläumsjahr, dem noch etliche Veranstaltungen folgen werden.

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