Polonicus Gala: Für gelebte deutsch-polnische Freundschaft geehrt

Von: Carolin Cremer-Kruff
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Ausgezeichnet für ihre herausragenden Verdienste um die deutsch-polnische Freundschaft: (vorne v.l.) Dr. Juliusz Braun, Stanisław Budyń, Prof. Gesine Schwan, Prof. Jan Miodek freuten sich im Beisein vieler Gäste im Krönungssaal über die Ehrung. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Große Worte wie Vertrauen, Solidarität und Brückenbau bestimmten die Polonicus Gala am Wochenende im Krönungssaal des Aachener Rathauses. Bereits zum siebten Mal wurden dort in festlichem Ambiente vor rund 300 geladenen Gästen vier Persönlichkeiten für ihre herausragenden Verdienste um die deutsch-polnische Freundschaft und den Einsatz für ein positives Erscheinungsbild Polens in der Welt geehrt.

Der Ratsherr und Landtagsabgeordnete Karl Schultheis brachte bereits zu Beginn der Veranstaltung seinen Stolz zum Ausdruck, dass diese Ehrung, die unter der Schirmherrschaft des Senats der Republik Polen steht, in der Kaiserstadt stattfindet: „Polen ist ein Teil von NRW. Rund 1500 polnische Mitbürger leben heute in Aachen, noch mehr mit deutschem Pass und polnischen Wurzeln, hinzu kommen zahlreiche Studierende und Lehrende aus Polen in unserer Universitätslandschaft.“

Als Vertreter für Oberbürgermeister Marcel Philipp konnte Schultheis zahlreiche Gäste begrüßen, darunter Vertreter polnischer Organisationen sowie Mitglieder des Europaparlaments, des NRW-Landtags sowie des Aachener Stadtrats. Auch rund 50 Studierende und Lehrende der Universität Krakau waren extra mit einem Bus angereist, um live bei der Veranstaltung dabei zu sein.

In vier Kategorien wurde die Polonicus-Trophäe, die höchste Anerkennung der Europäischen Polonia, vergeben: Professorin Gesine Schwan wurde für ihren Beitrag zum deutsch-polnischen Dialog auf europäischer Ebene geehrt, Professor Jan Miodek für seinen Beitrag zur polnischen Sprachkultur, Prälat Stanisaw Budy, Rektor der Polnischen Katholischen Mission, erhielt den Preis für seinen besonderen Beitrag zur Organisation des polnischen Lebens in Deutschland. Der Sonderpreis ging an TVP Polonia für die mediale Förderung der Polonia und Polens in der Welt.

Begeisterten Applaus erhielt Gesine Schwan nach ihrer klugen Dankesrede. Nicht nur, weil sie diese vollständig in polnischer Sprache hielt, sondern auch, weil sie eindringlich an das Gemeinschaftsgefühl aller Europäer appellierte. Für sie stehe der Polonicus-Preis für die Beziehungen in ganz Europa: „Was uns in Europa zusammenhält, sind gemeinsame Werte. Anstatt Schuldzuweisungen in der derzeitigen Krise vorzunehmen, sollten wir alle solidarisch sein.“

Insbesondere Deutschland mahnte sie zu mehr Weitsicht – gerade im Umgang mit dem krisengebeutelten Griechenland. Dafür fand sie klare Worte: „Die Deutschen müssen noch mehr lernen, dass wir alle Länder und alle Menschen Europas brauchen. Oft fehlt uns in Deutschland der Sinn für die Vielfalt. Wirtschaftlicher Erfolg ist nicht das wichtigste, das Leben besteht aus mehr.“ Sie rief trotz Fehlern, die gemacht wurden, zu mehr Vertrauen auf, da nur so Demokratie gelebt werden könne.

Wie wichtig der europäische Gedanke und seine ständige Auseinandersetzung mit ihm ist, zeigte auch eine andere Initiative, die kurz vor der Preisverleihung vorgestellt wurde: Der Wissenswettbewerb, der aus einer Kooperation der Volkshochschule Eschweiler und der Jagiellonen-Universität in Krakau, der zweitältesten Universität in Mitteleuropa, ins Leben gerufen wurde.

Zum zweiten Mal fand dieser deutsch-polnische Wettbewerb statt, der in diesem Jahr unter dem Motto „Vielfalt der Sprachen und Kulturen – 25 Jahre nach dem Fall der Mauer und der Demokratisierung Polens“ ausgetragen wurde. Rund 1200 Teilnehmer aus aller Welt nahmen an dem Online-Wettbewerb teil. Die Gewinner wurden im Rahmen der Polonicus Gala bekanntgegeben.

Die vielfältigen Wortbeiträge wechselten sich an dem Abend mit musikalischen Akzenten des „Benedictus Chor“ der Polnischen Katholischen Mission Wuppertal ab. Durch die rund zweieinhalbstündige Gala, die im Rahmenprogramm des Karlspreises stattfand, führte Moderator Marcin Antosiewicz, der als Korrespondent für das polnische Fernsehen in Berlin arbeitet.

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