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„Polonicus“: Ein Preis, der Völker verbindet

Von: Von Kathrin Albrecht
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Polonicus-Gala 2016: Olaf Müller (Kulturbetrieb) begrüßte Thorsten Klute, Prof. Leszek Balcerowicz, Czeslaw Mozil, Zbigniew Kossak von der Organisation Glówczewski und Wieslaw Lewicki (von links). Foto: Schmitter

Aachen. Seit acht Jahren ist die Verleihung des Polonicus-Preises fester Bestandteil des Rahmenprogramms zur Karlspreisverleihung. Jetzt kamen Vertreter der polnischen Gemeinschaft im europäischen Ausland, Mitglieder des Aachener Stadtrates sowie Vertreter polnischer Organisationen, des NRW-Landtags und EU-Parlaments im Krönungssaal des Rathauses zusammen, um Menschen auszuzeichnen, die sich um die Pflege der polnischen Kultur und den deutsch-polnischen Dialog verdient gemacht hatten.

Olaf Müller, Leiter des Kulturbetriebs und Polonicus-Preisträger 2009, begrüßte die rund 300 Gäste und die Preisträger. Fast 1000 Jahre reichen die Geschichte der deutsch-polnischen Beziehungen zurück. Ein reger wirtschaftlicher wie kultureller Austausch prägt diese Zeit, ebenso wie das dunkle Kapitel der jüngsten Geschichte, den Überfall auf Polen.

Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs Ende der 1980er Jahre nähern sich die beiden Länder wieder an. Seit die rechtskonservative und europaskeptische PiS-Partei im Herbst 2015 die Nationalwahlen gewann, beobachten viele deutsche, aber auch im Ausland lebende polnische Bürger die Entwicklungen des Nachbarlandes mit Sorge.

Das kam bei vielen Redebeiträgen an diesem Abend zum Ausdruck. Werner Jostmeier, CDU-Mitglied im Landtag und Vorsitzender der Deutsch-Polnischen Parlamentariergruppe, erinnerte daran, dass Deutschland auf seinem Weg zur Wiedervereinigung Polen viel zu verdanken habe, denn mit der Solidarnosc-Bewegung sei die Wurzel gelegt worden für viele friedliche Revolutionen im Warschauer Pakt. Auch das deutsch-polnische Verhältnis müsse Teil der deutschen Staatsräson sein, sagte er.

Geehrt wurden der Staatssekretär der Regierung Nordrhein-Westfalen, Thorsten Klute, für seinen Beitrag zum deutsch-polnischen Dialog anlässlich des 25. Jahrestages des deutsch-polnischen Vertrags. Den Preis in der Kategorie für die Gestaltung des Lebens der polnischen Gemeinschaft im Ausland ging an den Kölner Verein Polonica, die Auszeichnung nahm Zbigniew Kossak, Vorsitzender der Organisation Glowszeski, entgegen.

Den Preis in der Kategorie Kultur erhielt der Musiker und Komponist Czeslaw Mozil. Als Fünfjähriger wanderte Mozil mit seiner Familie nach Dänemark aus, seit drei Jahren pendelt er zwischen den beiden Ländern. In seinen Liedern und Büchern beschreibt er das Gefühl vieler Exil-Polen, die nicht richtig dazugehören, aber doch stolz ihre Kultur leben. Eine Kostprobe seines Programms gab Mozil an diesem Abend.

Den Ehrenpreis erhielt der Wirtschaftswissenschaftler Lezek Balcerowicz. Er war Vizepremier und Finanzminister der ersten nichtkommunistischen Regierung und entwickelte mit dem „Balcerowicz-Plan“ den Übergang zur Marktwirtschaft. In seiner Dankesrede appellierte er an die Solidarität der EU-Staaten und an das Engagement des Einzelnen, sich noch mehr für die Stärkung der Zivilgesellschaft einzusetzen: „Nur eine bürgerliche Gesellschaft kann Rechtstaatlichkeit garantieren.“

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