Polizeibilanz 2009: Fahrradklau und Kartenbetrug grassieren

Von: Matthias Hinrichs
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Die schlechte Nachricht vorweg: Während die Zahl der registrierten Straftaten in der Städteregion im vergangenen Jahr um rund 1,8 Prozent gesunken ist, hat die Polizei in deren Oberzentrum im Ganzen einen Anstieg um knapp 1,5 Prozent verzeichnet.

Konkret: Genau 28.917 Verstöße gegen das Strafgesetz sind im vergangenen Jahr allein in Aachen aktenkundig geworden, 2008 waren es 28.492. Die gute Nachricht: In der Hälfte der Fälle (49,74 Prozent) konnte die Polizei die Übeltäter überführen. Und vor allem: „Auch in Aachen haben wir erheblich weniger schwere Delikte gezählt als 2008”, betonte Helmut Wälter, Leiter der Direktion Kriminalität, bei der Präsentation der jüngsten Polizeistatistik am Donnerstagvormittag.

Insbesondere die Zahl der Gewaltverbrechen ist gesunken - in Aachen um rund fünf, in Bezug auf Raubdelikte sogar um 10,5 Prozent. „Erstmals seit Jahren können wir hier im gesamten Polizeibezirk einen Lichtblick verzeichnen”, frohlockte Polizeipräsident Klaus Oelze. „Wir haben die Spirale endlich zurückdrehen können.”

Eine 100-prozentige Aufklärungsquote melden die Fahnder übrigens in puncto Tötungsdelikte: Fünf versuchte Morde (ein sechster Fall, der sich in Düren ereignete, führte laut Pressechef Karl Völker nur vorübergehend nach Aachen) sowie acht Fälle von Totschlag wurden erfolgreich zu den Akten gelegt. Bei Raubdelikten wurde in Aachen „nur” 367 Mal ermittelt, 2008 waren noch 410 Fälle gemeldet worden.

Auf Straßen und Plätzen der Stadt zählten die Ordnungshüter 215 Übergriffe - 17 weniger als im Jahr zuvor. Das sei sicher ganz wesentlich auf die erfolgreiche Arbeit der Aachener „Allianz gegen Jugendgewalt”, also die intensivierte Zusammenarbeit mit Stadt und Justiz etwa gegen das sogenannte „Abziehen” zurückzuführen, unterstrich Oelze. Im Ganzen waren gleichwohl 26,8 Prozent der Tatverdächtigen in der Sparte Raub unter 21 Jahre alt, 2008 betrug der Anteil der Jugendlichen und Heranwachsenden noch 27,5 Prozent.

Weniger schwere Diebstähle

Auch bei den Eigentumsdelikten sieht der Trend nicht so schlecht aus, wie es auf den ersten Blick erscheinen könnte. So wurden 445 schwerwiegende Diebstähle weniger bearbeitet als im Vorjahr, während die Zahl der weniger gravierenden Langfingeraktionen um 404 stieg. Insgesamt zählten die Ordnungshüter 13.707 Diebstähle - immer noch 0,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Als besonderen Erfolg verbuchen die Statistiker zudem, dass die Zahl der Kellereinbrüche um ein sattes Drittel auf 594 Fälle zurückgegangen ist.

Auch bei Wohnungseinbrüchen gingen speziell in Aachen gut vier Prozent weniger Anzeigen ein, während die Zahl in der Gesamtregion um rund fünf Prozent stieg. Lediglich Gaststätten gerieten weit häufiger ins Visier der Dunkelmänner: Dort wurden zehn Prozent mehr Einbrüche gemeldet als im Vorjahr.

Was trübt die Freude der Ermittler am umfänglichen Zahlenwerk für Aachen vor allem? Während knapp 30 Prozent weniger Kfz-Diebstähle zu Buche schlugen, grassiert speziell der Kennzeichen-Klau, berichtete Oelze. Im Ganzen wurden unterm Stichwort „Diebstähle an Kfz” 896 Fälle dokumentiert, ein sattes Plus von 25 Prozent.

Auch die Fahrraddiebe sind in der Uni- und Umweltstadt nicht zu stoppen: Rund ein Viertel mehr Drahtesel, nämlich 1517, wechselten die Besitzer im vergangenen Jahr auf durchaus illegale Weise. Schließlich: Der Scheckkartenbetrug ist sogar um gut zwei Drittel auf 453 Fälle emporgeschnellt. Und auch bei der Computerkriminalität ist der Trend rasant steigend.

Zumindest in diesem Punkt hat auch der Aachener Polizeichef vor wenigen Tagen nach eigenem Bekunden eine schmerzhafte Schlappe hinnehmen müssen. „Der Frust über das Verbot der Vorratsdatenspeicherung ist groß”, bekennt Oelze. „In diesem Bereich werden wir in den kommenden Jahren mit Sicherheit eine massive Steigerung haben.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert