Polizeiaktionen gegen Einbrecherbanden

Von: Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:
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Auf der Suche nach Einbrecherbanden: Die Polizei kontrollierte am Dienstag an mehreren Stellen in der Städteregion wie hier an der Eupener Straße in Aachen. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Nobody is perfect. Und so kann es selbst der Polizei passieren, dass bei einer seit langem vorbereiteten Großaktion am Ende doch noch eine „Planungspanne“, wie es Polizeisprecher Paul Kemen auf Nachfrage sagt, beinahe dazwischenfunkt.

So wunderte sich mancher Beobachte, dass bei den Aktionen am Dienstag in der Städteregion gegen Einbrecherbanden vornehmlich Bonner Polizeibeamte an den Kontrollstellen zu finden waren. Die Erklärung ist skurril: Weil die in Aachen stationierte Hundertschaft zeitgleich bei einer ganz ähnlichen Aktion in Euskirchen zugange war, musste die Bonner Hundertschaft nach Aachen rollen. Sei‘s drum: Das ganze diente schließlich sozusagen dem guten Zweck.

Denn mit derlei Schwerpunkteinsätzen, soll erreicht werden, dass die „reisenden Banden“ einen Bogen um die Städteregion machen. Deshalb gibt es sie in jüngerer Zeit verstärkt. Kritikern meinen, hierbei handele es sich um reines „Schaulaufen“ der Polizei ohne tieferen Sinn. Vielmehr sollten sich die Beamten doch lieber in den gefährdeten Wohngebieten verstärkt blicken lassen.

Derlei Anwürfe lässt Aachens Polizeipräsident Dirk Weinspach, der sich selber an verschiedenen Kontrollstellen ein Bild machte, jedoch nicht gelten: „Es ist belegt, dass an Tagen, an denen diese Kontrollen stattfinden, deutlich weniger Einbrüche in der Region verübt werden.“ Die Täter realisierten nämlich, dass Aachen und Umgebung insbesondere dann für sie ein gefährliches Pflaster darstelle.

Zudem tue man das eine, lasse aber das andere auch nicht. Sehr wohl gebe es – gerade in der dunklen Jahreszeit – auch in den Wohngebieten ein höhere offene und verdeckte Polizeipräsenz. Überdies postiere man bisweilen auch solche Kontrollpunkte, mal in größerer, mal in kleinerer Form im Bereich von Wohngegenden.

Am Dienstag waren es eher die Ein- und Ausfallstraßen, an denen sich die Polizei im Wechsel postierte. Von der Eupener Straße in Aachen ging es nach Lichtenbusch, von da nach Eschweiler und schließlich noch nach Alsdorf. Anderthalb Stunden, länger wird eine Kontrolle nicht aufrechterhalten. Weil es auch nichts bringt. „Dann hat sich das herumgesprochen“, so Weinspach. Man agiere so, dass man für die Täter unberechenbar bleibt, sagt der Polizeipräsident.

Zahlen rückläufig

Nicht immer kommt dabei neben dem abschreckenden Effekt auch etwas direkt Zählbares heraus. Manchmal aber sehr wohl. So wurde jüngst an einer Kontrollstelle in Eschweiler der Wagen einer serbischen Einbrecherbande „abgefischt“ – im Kofferraum fand man Einbruchswerkzeug, im Fahrzeug zudem reichlich Diebesgut. Die konkreten Ergebnisse der Aktion will die Polizei am Mittwoch bekanntgeben.

Mit der „Aachener Erklärung“ hatte die Aktion laut Weinspach indes nichts zu tun. Sie sei bereits viel früher geplant gewesen. Wie berichtet, trafen sich jüngst mehrere Innenminister – auch aus Belgien und den Niederlanden – in Aachen, um weitere Maßnahmen im Kampf gegen Einbrüche schriftlich zu fixieren. In Aachen, so der Polizeipräsident, würden viele der Inhalte ohnehin schon lange umgesetzt.

Unter dem Strich ist Dirk Weinspach überzeugt, dass auch solche Kontrollen wie die am Dienstag dazu beigetragen haben, dass die Zahl der Einbrüche in weiten Teilen der Städteregion zuletzt zurückgegangen ist. Da nimmt man auch kleine Planungspannen gerne in Kauf.

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