Polizei warnt vor dem Handy am Steuer

Von: Christiane Chmel
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Heilsamer Schock: Mit elf Stundenkilometern Richtung Aufprall erlebten Besucher am Elisenbrunnen verblüffende Kräfte. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Zum Aktionstag „Ablenkung im Straßenverkehr durch Handynutzung am Steuer“ hat die Polizei Aachen am vergangenen Wochenende auf den Friedrich-Wilhelm-Platz am Elisenbrunnen eingeladen.

Verkehrssicherheitsberater der Polizei Aachen und der Polizeizone Weser-Göhl aus Belgien standen Interessierten mit aufklärenden und verkehrserzieherischen Informationen und Gesprächen zur Verfügung.

Die Funktionsvielfalt moderner Mobil- und Smartphones erfordert eine hohe Konzentration von ihren Nutzern. In Kombination mit den stetig steigenden Herausforderungen des Straßenverkehrs bergen die modernen Kommunikationsmittel ein enormes Gefährdungspotenzial. Die Handynutzung im Straßenverkehr ist zum Ablenkungsfaktor Nummer 1 geworden.

Seit dem Frühjahr dieses Jahres klärt die Polizei intensiv über die Gefahren der Handy-Nutzung im Straßenverkehr auf. Durch schockierende Videos, in denen Fußgänger von Autos erfasst werden, da sie fortwährend auf ihr Handy blicken, wollen die Beamten gerade Kinder und Jugendliche für das Thema sensibilisieren. Aber auch erwachsenen Autofahrern sollen die Folgen ihres Verhaltens vor Augen geführt werden. Eine 14 Meter lange Messstrecke machte im Rahmen des Aktionstages sichtbar, wie viele Meter der abgelenkte Fahrer beim Benutzen seines Mobiltelefons quasi im „Blindflug“ zurücklegt.

Zudem konnten Interessierte in einer umgebauten Fahrgastzelle der Polizeizone Weser-Göhl am eigenen Körper erfahren, welch gravierende Auswirkungen die Nutzung des Handys hat. Der sogenannte Gurtschlitten fährt mit einer Geschwindigkeit von elf Stundenkilometern. Aufgabe ist es, das Handy am Ohr in eine dafür vorgesehene Halterung zu stecken. Erst danach ist ein Bremsen möglich. „Die Menschen überschätzen ihre Reaktionsgeschwindigkeit“, erklärte Verkehrssicherheitsberater Udo Scholten. „Bisher hat es am heutigen Tag keiner geschafft, rechtzeitig zu bremsen.“

In bisher nur vier Fällen hat es Henri Manteau, Verkehrssicherheitsberater der Polizei Belgien, erlebt, dass die Fahrer auf dem Schlitten rechtzeitig reagieren konnten. „Das waren aber auch Lokführer oder Piloten, die durch ihren Beruf auf solche Situationen vorbereitet wurden.“ Auch Dania Krüger probierte den Gurtschlitten aus und war danach schockiert. „Ich hatte überhaupt keine Chance, rechtzeitig zu reagieren“, erklärte die Mutter einer Tochter. „Zudem habe ich gemerkt, wie wichtig der Gurt auch bei einer so geringen Geschwindigkeit ist.“ In Zukunft will Krüger ihr Verhalten im Straßenverkehr ändern. „Auch das kurze Tippen auf dem Handy, um ein neues Lied auszusuchen, ist ab jetzt tabu. Das war ein heilsamer Schock.“

Weitere Informationen zum Thema Ablenkung durch Handynutzung finden Interessierte unter www.runtervomgas.de/ablenkung.

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