Polizei greift konsequent durch: 260 mal „Gelb”, 13 mal „Rot”

Letzte Aktualisierung:
polizei_bild
Erhebliche Verkehrsbehinderungen: Nach dem Sieg der deutschen Fußballelf gab es zahlreiche Autokorsos in der Städteregion. Foto: Ralf Roeger

Aachen. In der Fußballersprache sagt man, die gelben und roten Karten hätten locker gesessen. Haben sie aber nicht. Sie waren zwingend notwendig. 260 Platzverweise und 13 Transporte ins Polizeigewahrsam zeigen, dass die Polizei vor allem nach dem Spiel Deutschland-Ghana alle Hände voll zu tun hatte.

Während des Spieles war es im Bereich des Marktes und in der Pontstraße zu Scharmützeln und Schlägereien gekommen. In diesem Zusammenhang hat die Polizei gegen drei polizeibekannte junge Männer die Höchststrafe ausgesprochen: ein Betretungsverbot für den Innenstadtbereich bis nach dem WM-Endspiel. Insgesamt sechs Mal wurde dieses probate Mittel bisher gegen absolut Unbelehrbare während der WM ausgesprochen.

Unmittelbar nach Spielschluss häuften sich die Einsätze. In der Pontstraße wurde ein bengalisches Feuer entzündet. Ein Verdächtiger konnte ermittelt werden.

Gegen vier junge Männer wurden Strafverfahren eingeleitet, weil sie auf das Dach eines ASEAG-Busses geklettert waren und darauf rumturnten. Beamte der Einsatzhundertschaft holten die Männer dort runter.

Nach Zeigen des Hitlergrußes und Beleidigung wurde ein junger Mann, der der rechten Szene zuzuordnen ist, in Gewahrsam genommen. Das Strafverfahren läuft. Insgesamt leitete die Polizei zehn Strafverfahren ein, überwiegend wegen Körperverletzung und Diebstahl.

Gegen 0.30 Uhr, also über zwei Stunden nach Spielende, hatten sich ca. 250 Personen im Pontviertel auf die Straße gesetzt und so verhindert, dass Autos die Straße passieren konnten. In ihrem Übermut und ihrer Unvernunft schaukelten sie wartende Autos regelrecht auf. Mit Hilfe einer Polizeikette konnte die Gefahrensituation beseitigt werden. Den 250 wurden Platzverweise erteilt und angedroht, bei Nichtbefolgen in Gewahrsam genommen zu werden. Drei von ihnen hörten nicht richtig zu und wanderten ins Gewahrsam. Einer leistete Widerstand gegen die Polizisten. Der konnte nur mit Pfefferspray gebrochen werden.

Erhebliche Verkehrsbehinderungen hat es unmittelbar nach Spielende durch die vielen Autokorsos gegeben. Vor allem der Innenstadtkern wurde arg in Mitleidenschaft gezogen. Für längere Zeit konnten vor allem der Hansemannplatz und andere neuralgische Punkte nicht befahren werden.

In der Nacht war es später vermehrt zu Ruhestörungen gekommen. Angetrunkene Fans hatten hier wenig Rücksicht auf Schlafsuchende genommen. Erst gegen 2 Uhr kehrte wieder halbwegs Normalität in die Innenstadt ein. Der letzte Beamte, der wegen des Fußballspiels eingesetzt war, trat um fünf Uhr am Morgen die Heimreise an.

Appell der Polizei an die Fans: Nehmen Sie Rücksicht auf die Menschen, die mit Fußball nichts am Hut haben. Nach einer bestimmten Zeit muss auch wieder Ruhe einkehren.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert