Aachen - Polizei geht gegen junge Räuberbanden vor

Polizei geht gegen junge Räuberbanden vor

Von: Stefan Herrmann
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Symbol Schlägerei Prügel Faust Gewalt Polizei Überfall Foto Karl-Josef Hildenbrand dpa
Allein am vergangenen Wochenende, so meldete es die Polizei, gab es im Stadtgebiet fünf Raubüberfälle.

Aachen. Jede Minute zählt. Die beiden jungen Männer, die am vergangenen Wochenende in der Nähe der Diskothek Starfish innerhalb weniger Minuten von einer fünf- bis sechsköpfigen Bande niedergeschlagen und anschließend ausgeraubt worden sind, haben geistesgegenwärtig und schnell gehandelt.

Sie riefen unmittelbar nach der Attacke die Polizei an, so dass diese sofort die Fahndung aufnehmen konnte. Mit Erfolg. Denn die Täter gingen den herbeigeeilten Beamten nur wenige hundert Meter entfernt auf der Jülicher Straße ins Netz – inklusive der geraubten Handys, die die Polizisten bei ihnen fanden. Es ist eine von drei kleinen Erfolgsmeldungen, die die Polizei verzeichnet.

Allerdings: Die Häufung von Raubüberfallen in den vergangenen Wochen hat das Unsicherheitsgefühl vieler Menschen in Aachen erhöht. Von ungetrübter besinnlicher Stimmung kann vor allem in den Abend- und Nachtstunden an den Wochenenden derzeit keine Rede sein.

Allein am vergangenen Wochenende, so meldete es die Polizei, gab es im Stadtgebiet fünf Raubüberfälle. Ein Trend, der seit Wochen anhält: So schlugen Räuber laut Polizei am Wochenende 7./8. November drei Mal zu, ebenfalls drei Straßenraubdelikte gab es am 14./15. November und vier am 28./29. November. „Die Zahlen sind in der jüngeren Vergangenheit angezogen“, bestätigte am Montag Polizeisprecherin Sandra Schmitz auf Anfrage.

Gründe dafür sieht Schmitz unter anderem in der dunklen Jahreszeit aber auch im überwiegend milden und guten Wetter. Denn so sind deutlich mehr Menschen auch spät abends noch unterwegs – und das wiederum lockt auch die Täter an.

Auffällig: Häufig handelt es sich um größere Gruppen, die dann zum Teil brutal ihre Opfer angehen und sie ausrauben. So wie am frühen Samstagmorgen am Bushof: Dort schlug und trat eine sechs- bis siebenköpfige Bande gegen 2.45 Uhr auf einen 20-Jährigen ein, entriss ihm anschließend das Portemonnaie und flüchtete unerkannt. Da das Opfer laut Polizei stark alkoholisiert war, konnte es die Täter nur vage beschreiben. Die Ermittlungen laufen.

Die Banden ziehen oftmals regelrecht raubend durch die City, wie Sandra Schmitz erklärt. „Wenn eine solche Gruppe sehr aktiv ist, verüben sie innerhalb einer Nacht gleich mehrere Raubüberfälle und erhöhen so die Fallzahlen spürbar.“

Viele Mitglieder dieser Banden sind junge männliche Erwachsene. Und: Wurden sie geschnappt, können aber einen festen Wohnsitz vorweisen und wird zudem keine konkrete Fluchtgefahr attestiert, werden die jungen Räuber oftmals bis zum Prozess erst einmal wieder freigelassen.

Am zurückliegenden Wochenende waren es dagegen gänzlich unterschiedliche Täter. Und so wie in der Nähe des Starfishs konnte die Polizei aufgrund schneller und genauer Angaben der Opfer auch Räuber in Eilendorf und in der Nähe des Blücherplatzes schnell ausfindig machen und vorläufig festnehmen.

„Im Gegensatz zur Raubserie vor einem guten Jahr, als sich die Geschädigten erst sehr zeitversetzt bei uns meldeten, alarmieren uns die Opfer nun sehr viel schneller“, so Schmitz. Das habe der Polizei zuletzt enorm geholfen, da sie die Täter so noch im Umfeld des Tatorts dingfest machen konnte.

Doch im Präsidium setzt man natürlich nicht allein auf die Mithilfe der Bürger: Seit Mitte November fährt die Polizei kontinuierlich Sondereinsätze an den Wochenenden, um den Straßenraub zu bekämpfen, berichtet Schmitz. Sowohl Zivilfahnder als auch uniformierte Einsatzkräfte sind unterwegs.

Mittlerweile offensichtlich mit spürbar mehr Erfolg. Denn zu Beginn der Aktion Mitte November überprüften Beamte zwar rund 150 Personen und klärten kleinere Delikte auf. Die drei Raubüberfälle, die sich an diesem Wochenende 14./15. November trotzdem ereigneten, wurden der Polizei erst nach Ende des Großeinsatzes gemeldet.

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