Polizei-Autos: Silber-Blau hängt „grüne Minna” ab

Von: Robert Esser
Letzte Aktualisierung:
Polizei / Streifenwagen
Aachener Polizisten mit ihren Fahrzeugen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Die 26 neuen silber-blauen Polizeiwagen sehen flott aus, aber schneller als ihre grünen Vorgänger sind sie nicht. Und ab Frühjahr 2010 kommen nicht nur weitere 26 Leasing-Funkstreifen in Silber-Blau in die Kaiserstadt, sondern auch tausende blaue Uniformteile - dann ist der grüne Dresscode der Ordnungshüter endgültig Geschichte.

„Dabei unterscheidet sich der silber-blaue Passat nicht nur in der Farbe, sondern in weiteren Details von der grünen Version”, erklärt Polizeioberkommissar Frank Mühlen (POK).

Auffällig: Auf dem Dach rotiert das Blaulicht nicht mehr per Drehspiegeltechnik. Dort blinken nun - deutlich heller - zwei „LED-Doppelblitze”.

LEDs blitzen auch aus der unteren Kofferraumkante, wenn die Heckhaube geöffnet ist. „So ist die Absicherung gewährleistet, obwohl die Sondersignalanlage auf dem Dach von der Heckhaube verdeckt ist”, sagt Polizeikommissar Martin Meurer. Von vorne erkennt man „den Neuen” am serienmäßigen Tagesfahrlicht.

Unter der Motorhaube stecken 140 PS in der Zwei-Liter-Common-Rail-Maschine. „Leistung und Hubraum sind gleich geblieben. Aber der Common-Rail dieselt etwas leiser als sein Pumpe-Düse-Vorgänger”, betont POK Hartmut Noppeney.

Zudem soll der „Passat B6” unter sechs Liter auf 100 Kilometer schlucken - bis zu 0,7 Liter weniger als das alte Modell. Immerhin rund 150 Kilometer sammelt ein Streifenwagen Tag für Tag bei Drei-Schicht-Betrieb in der Innenstadt.

Als Sprintwunder glänzt der Passat trotz des verbesserten Aggregats noch immer nicht: Unter 10 Sekunden gelingt der Spurt aus dem Stand auf 100 Stundenkilometer trotz Direktschaltgetriebe (Sechs-Gang-Automatik) im Praxisalltag kaum.

Weitere Besonderheiten der Streifenwagen: Auch bei abgezogenem Zündschlüssel und verschlossenem Auto kann die Besatzung den Motor weiterlaufen lassen.

Zudem immer an Bord: Digitalfunk, Frontvideokamera an der Windschutzscheibe, Klimaanlage, Sechs-Kilo-Pulverfeuerlöscher, Löschdecke, vier Verkehrsleitkegel, Nissen-Leuchte (wie gelbes Baustellenwarnlicht), Digitalkamera, Distanzmessrad, Metallpointer, Besen, Sprüh- und Ölkreide zur Unfallaufnahme.

Zur schnellen Beweissicherung steht ein kleiner Spurenkoffer im Kofferraum, daneben zwei zusätzliche schusssichere Westen (stichsicher, aber unbequemer als Alltagswesten), ein Hygiene-Set zum Desinfizieren nach Einsätzen, elektrisches Atemalkoholmessgerät, Drogenteststreifen (Drugwipe) und der „Stopstick” - eine Nagelbrettmatte, die im Notfall zum Aufhalten von Autos über die Straße geschleudert werden kann.
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