Richterich - Politiker nehmen Paintball ins Visier

Politiker nehmen Paintball ins Visier

Von: Günther Sander
Letzte Aktualisierung:
Paintball
Direkt auf die Schutzbrille erhielt dieser Paintballspieler in einem Waldstück östlich von Berlin einen farbigen Treffer. Foto: dpa

Richterich. „Haarsträubend, das sind ohne Zweifel richtige Kriegsspiele”, sagt Bezirksvorsteherin Marlis Köhne der AZ auf Anfrage, was es mit dem Paintballpark in der Karl-Friedrich-Straße auf sich habe.

In nichtöffentlicher Sitzung der Bezirksvertretung Richterich wurde das „heiße Eisen” angepackt, es scheint allen Fraktion mehr als „heiß” zu sein.

In der ersten Sitzung im neuen Jahr soll eine Resolution verabschiedet werden. „Außerdem werden wir unserer Landtags- und Bundestagsabgeordneten in dieser Sache um Unterstützung bitten. Köhne hat den Haken richtig erkannt: „Das Ganze zählt als Sportstätte und dafür bedarf es keiner Genehmigung.”

Der Unmut über besagte Sportstätte ist in Richterich jedenfalls groß. „Was da an Autos geparkt steht, ist schon sagenhaft”, moniert die Bezirksvorsteherin weiter. Obwohl sie sich wenig Hoffnungen macht, dem Treiben dort rasch Einhalt gebieten zu können, wolle man alles nur Mögliche versuchen, um Schlimmeres „verhindern zu können”.

Paintball ist sicher nicht allen geläufig. Im Internet wird versprochen, dass dort „Männer zu Helden und Frauen zu Amazonen” werden. Schon ab 12,50 Euro bekomme man Adrenalin pur. Es hört sich harmlos an, denn Paintball sei eine Mischung zwischen Schach, Räuber und Gendarm plus einer Portion Adrenalin. Nur, auf den Bildern im Internet ist von Schach nichts zu sehen, wohl aber „Räuber und Pistolen”. „Es sieht schon sehr gefährlich aus”, meint auch Manfred Kuckelkorn (SPD), dessen Fraktion den Antrag auf Verbot gestellt hat.

Von einem Abenteuer der nächsten Generation ist da die Rede. Paintball eigne sich bestens für Geburtstagsfeiern und Junggesellenabschiede.

Völlig überrascht zeigt sich Thomas Heitmann von der Betreiber oHG mit Sitz in Düsseldorf auf die Anfrage unserer Zeitung. „Uns ist von Problemen nichts bekannt. Es gab mal in zehn Jahren eine Beschwerde über Lärm, aber sonst ist alles in Ordnung.” Kriegsspiele? „Um Gottes Willen, das ist lächerlich. Man kann deutlich sehen, wie und was wir spielen”, lautet seine Antwort dazu.
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