Politik verabschiedet Handlungskonzept für den Preuswald

Von: Oliver Schmetz
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Aachen. Es ist ein „Handlungskonzept“, das die Politik jetzt im Wohnungs- und Liegenschaftsausschuss verabschiedet hat. Es werden darin „Starterprojekte“ benannt, die ein „Signal zum Aufbruch“ geben sollen.

 Und es fällt sogar das Wort „unverzüglich“ – doch allzu große Hoffnungen auf schnelle Verbesserungen sollten sich die Betroffenen trotzdem nicht machen.

Es geht um den Preuswald, einst schmuckes Wohnviertel im Wald, seit Jahren aber eines der größten Problemkinder der Stadt. Denn dort, wo sich vor Jahrzehnten Häuslebauer und Mieter den Traum vom Wohnen im Grünen erfüllten, leben heute überwiegend Hartz-IV-Empfänger und Flüchtlinge in oft maroden Wohnungen. Das Quartier verkommt, was in erster Linie der Deutschen Annington angelastet wird, die dort 625 von 813 Wohnungen besitzt – und die mitspielen muss, wenn man etwas verbessern will.

Dass „ohne die Annington dort alles Makulatur ist“, hatten CDU und Grüne schon vor Monaten bekundet, als eine Machbarkeitsstudie für den Preuswald vorgestellt wurde. Auch die Verwaltung hält nun in ihrem Konzept fest, dass unterstützende Aktivitäten des Unternehmens „unerlässlich“ seien. Gemeint sind Maßnahmen wie „Investitionen in den Gebäudebestand“, eine „Aufwertung des Wohnumfeldes“ und ein „zukunftsorientiertes Belegungskonzept“, ohne die eine nachhaltige Siedlungsentwicklung kaum möglich sei. Darüber will man nun „Vereinbarungen“ mit der Annington treffen. Bloß: Bislang liefen solche Bemühungen trotz vieler Gespräch stets ins Leere.

Druck will man auf das Unternehmen nun ausüben, indem man ein „schlüssiges Konzept“ für die Ermittlung der angemessenen Unterkunftskosten für Transferleistungsempfänger erarbeitet, das auch nach Objektzustand und Energieverbrauch differenziert. Soll heißen: Man will nicht mehr horrende Kosten für heruntergekommene Wohnungen begleichen. Aber das kann die Stadt nicht in Eigenregie tun, sondern nur mit der Städteregion. Immerhin: Solch ein Vorgehen der Stadt fordert die Bürgerinitiative Preuswald schon seit langem. Parallel dazu soll als „wichtiger Baustein der Starterprojekte“ eine preiswertere Energieversorgung des Viertels entwickelt werden.

Wie bereits berichtet, soll sich außerdem ein Supermarkt ansiedeln und eine neue Kita gebaut werden, um die Infrastruktur zu verbessern. Außerdem sollen die Bewohner besser als bislang an allen Veränderungen beteiligt werden, wofür nicht zuletzt ein „Quartiersmanagement“ sorgen soll. Und dann gibt es noch das Wörtchen „unverzüglich“ in dem Konzept, das sich aber nur auf die Planverfahren für den Supermarkt und eine mögliche Siedlungserweiterung bezieht, mit der man die Bevölkerungsstruktur verbessern will. Unverzüglich? Eher ist es wohl so, wie es der CDU-Fraktionschef Harald Baal, selber Mitglied des Liegenschaftsausschusses, formuliert: „Wir versuchen das in die Richtung einer Verbesserung zu treiben, aber das geht nicht von heute auf morgen.“

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