Politik gibt grünes Licht für „Blue Gate“

Von: oliver Schmetz
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Großprojekt zwischen Burtscheider Brücke, Verwaltungsgebäude Marschiertor und Hauptbahnhof: Unter dem Namen „Blue Gate“ sollen ein Hotel mit 160 Zimmern, zwei Gebäude mit 300 Studentenappartements und ein Bürokomplex entstehen. Foto: Blue Gate Aachen GmbH

Aachen. Wo die Macher von „Blue Gate“ vor knapp zwei Monaten noch ihr blaues Wunder erlebten, stellte die Politik für das 70-Millionen-Euro-Projekt direkt neben dem Hauptbahnhof jetzt doch die Ampeln auf Grün: Mit großer Mehrheit hat der Planungsausschuss die Offenlage des Bebauungsplans beschlossen.

Das passierte, nachdem man die Projektverantwortlichen Ende April noch wegen etlicher Mängel zum Nacharbeiten in die Warteschleife geschickt hatte. Doch die meisten dieser Defizite – kritisiert worden waren unter anderem die Geschosszahlen, die Fassadengestaltung, fehlende Planunterlagen und Modelle, die Kiss-and-Ride-Anlage und Unklarheiten beim sozialen Wohnungsbau – sind in den vergangenen Monaten von den Investoren und den städtischen Planern abgearbeitet worden.

Damit steht das Vorhaben, auf dem ehemaligen Bahngelände neben dem Hauptbahnhof ein Holiday-Inn-Expresshotel mit 160 Zimmern, 300 Studentenappartements, 6000 Quadratmeter Bürofläche und 5600 Quadratmeter Einzelhandels- und Gastronomiefläche zu schaffen, in den Startlöchern. Er hoffe darauf, Ende September auf dem gut 10.000 Quadratmeter großen Grundstück Baurecht zu haben, erklärt Marcus Hientzsch auf AZ-Anfrage. Hientzsch ist Geschäftsführer der Rüsselsheimer Merkur Development Holding GmbH, die das Projekt gemeinsam mit der Aachener Bluestone Development GmbH gestaltet. Dann könne man „im vierten Quartal dieses Jahres endlich loslegen“, hofft Hientzsch.

Damit es dazu kommt, muss allerdings zunächst noch der Stadtrat voraussichtlich im September seinen Segen geben, was allerdings kein Problem mehr sein dürfte. Denn für die Nachbesserungen gab es im Ausschuss viel Lob. Während Marc Beus (Linke) den Investor beglückwünschte, die Kritik ernst genommen zu haben, attestierte Alexander Gilson (CDU) dem Projekt, „deutlich an Qualität gewonnen“ zu haben.

Die markantesten Veränderungen betreffen bei den insgesamt fünf Gebäudeteilen das Bürogebäude, das um zwei Etagen reduziert wird, und das Hotel an der Ecke zur Burtscheider Straße hin, dessen Fassaden nun aufwendiger gestaltet werden sollen als zuletzt geplant. Beim Hotel wird auch darauf verzichtet, ein Treppenhaus an der Außenfront anzulegen – eine Idee, die im Ausschuss und auch im Architektenbeirat zuletzt für Entsetzen gesorgt hatte. Nun wird die Treppe im Innern untergebracht, was in beiden Gremien – das Projekt wurde am Donnerstag auch im Architektenbeirat beraten – Zustimmung fand.

Einzig die Grünen stimmten gegen „Blue Gate“. Zwar habe man an vielen Stellen nachgebessert, „aber wir können vor allem das Verkehrskonzept nicht mittragen“, erklärte Ratsherr Michael Rau. Insbesondere der Kiss-And-Ride-Bereich, der direkt an die Engstelle vor dem Seiteneingang des Bahnhofs verlegt werden soll, ist den Grünen ein Dorn im Auge. Rau befürchtet dort massive Probleme zwischen Autofahrern, Radfahrern, Fußgängern und Lieferverkehr: „Das ist alles nicht gelöst.“

Marcus Hientzsch spricht dagegen von einem „tollen Projekt“, auch wenn die Änderungswünsche „ordentliche Einschnitte in der Wirtschaftlichkeit“ bedeuten würden: „Es heißt schon etwas, mal eben auf zwei Büroetagen und fünf Hotelzimmer verzichten zu müssen.“ Die Bauanträge seien längst in Arbeit und würden jetzt an die Veränderungen angepasst, möglichst schnell wolle man auch Abrissgenehmigungen beantragen. Am liebsten wolle man bereits im Laufe des Sommers mit dem Abriss beginnen, um dann im Herbst zügig mit dem Bau starten zu können. Als Bauzeit veranschlagt sind zwei Jahre. Spätestens Ende 2018 soll sich das „Blue Gate“ neben dem Aachener Hauptbahnhof öffnen.

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