Aachen - Platt-Wettbewerb für Aachener Schulen: Tolle Ader für Mundart

Platt-Wettbewerb für Aachener Schulen: Tolle Ader für Mundart

Von: Julia Gröbbels
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„Öcher Platt för oet än jongk“: Die jungen Teilnehmer des Mundart-Wettbewerbs zeigten, wie man die Liebe zur Heimatstadt am schönsten zum Ausdruck bringen kann. Mit ihnen frohlockten die Organisatoren vom Verein Öcher Platt. Foto: Kurt Bauer

Aachen. Öcher Platt sprechen doch nur noch alte Leute – mit diesem Vorurteil will der Verein „Öcher Platt“ endgültig aufräumen. Deshalb veranstaltet er auch in diesem Jahr gemeinsam mit der Sparkasse Aachen den inzwischen schon traditionellen Öcher-Platt-Wettbewerb für Schulen unter dem Motto „Öcher Platt för oet än jongk“.

„Uns ist es ein Anliegen, dass die Aachener Mundart nicht ausstirbt, deshalb versuchen wir auch junge Leute dafür zu begeistern“, sagt Dr. Karl Allgaier. Als zweiter Vorsitzender im Vorstand des Vereins Öcher Platt gehört er zu den Experten in Sachen Öcher Platt.

Texte auf den Leib geschrieben

Rund 35 Schüler zwischen zehn und 17 Jahren haben sich mit der Unterstützung ihrer Lehrer wochenlang auf ihren Auftritt vorbereitet. Kurz bevor es losgeht, steigt die Aufregung spürbar an. „Aber Angst vor dem Auftritt muss keiner haben“, beruhigt Allgaier die Kinder.

Er ist eins von sechs Jurymitgliedern, die die Leistungen der Kinder bewerten. Dabei werden verschiedene Kriterien berücksichtigt, wie etwa die Art der Präsentation oder der Vorbereitungsaufwand. Und dieser ist bei einigen Liedern und Gedichten ganz besonders groß. „Das hängt natürlich auch sehr vom Engagement der Lehrerinnen und Lehrer ab“, so Allgaier.

Einen Pädagogen hebt er dabei ganz besonders hervor: Herbert K. Oprei, auch Autor der Platt-Gedichte in unserer Zeitung. 39 Jahre war er Lehrer an der Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen in der Beginenstraße und wurde im vergangenen Jahr mit dem Thouet-Mundart Preis ausgezeichnet.

Seit vielen Jahren setzt er sich für das Fortbestehen der Aachener Mundart ein und bereitet Schüler auf den Wettbewerb vor, indem er ihnen Texte „auf den Leib schreibt“. Obwohl er schon seit fünf Jahren nicht mehr als Lehrer tätig ist, unterstützt er „seine Schüler“ auch in diesem Jahr wieder tatkräftig.

Die 17-jährige Nsimba aus dem Kongo zum Beispiel hat schon einige Male am Wettbewerb teilgenommen. Sie trägt ein von Oprei verfasstes Gedicht vor, in dem sie mit vielen Vorurteilen aufräumt. So stellt sie fest, dass das Lied „Vür sönd allemole Öcher Jonge“ auch gerne von „Öcher Mäddchere“ gesungen wird. Sie beendet ihren Vortrag mit dem Satz „Janz ejal ov weäß of schwazz, de Houpsaach es ming Öcher Hazz.“

Ihr Vortrag zeigt, dass Öcher Platt nicht zwangsläufig mit alten Wertvorstellungen einhergeht, sondern dass es eine Mundart ist, die „mit ausreichend Engagement der Lehrer und Schüler“ durchaus auch zukunftstauglich ist.

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