Aachen - Plasmaspenden werden vielfach gebraucht

Plasmaspenden werden vielfach gebraucht

Von: Valerie Barsig
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Sorgen für lebenserhaltende S
Sorgen für lebenserhaltende Substanzen: Melanie Klinkenberg , Spenderin Helga Kramer und Martina Derondeau (v.l.). Foto: Andreas Schmitter

Aachen. „Das ist wie Suppe kochen, nur andersherum” - so vergleicht Birgit Malmström vom „Plasma Service Europe” die Gewinnung der goldgelben Flüssigkeit mit Küchenarbeit.

Plasma aus Blut zentrifugieren, das sei so, wie die Möhren wieder aus der Gemüsebrühe pulen. „Blutplasma ist wesentlicher Bestandteil bei der Herstellung bestimmter Medikamente. Sie werden im OP verwendet, damit sich Wunden schneller schließen, oder gegen Autoimmunerkrankungen, bei Lebertransplantationen oder für Impfstoffe, beispielsweise gegen Ehec oder in der Alzheimerforschung.”

Da das Plasma nicht künstlich hergestellt werden kann, sind Pharmafirmen auf Spender angewiesen. Nach einer vierwöchigen Schließung wegen Umbaus hat das Plasmazentrum am Kapuzinerkarree nun wieder neu geöffnet. 21 Liegen bieten den Spendern Platz. Größtes Schätzchen ist die neue, etwa 40 Quadratmeter große Kühlkammer: „Das Plasma kann dort direkt nach der Entnahme bei -38°C gelagert werden, bevor es dann verwendet wird”, berichtet Dennis Sieberichs von „Plasma Service Europe”.

Helga Kramer ist eine der etwa 600 Spender, die pro Woche ins Zentrum kommen - „für die gute Sache”. Begleitet man sie und die anderen Spender auf ihrem Weg zur Liege, durchläuft man mehrere Stationen. „Nach der Anmeldung muss jeder Spender einen Fragebogen zu Gesundheitszustand und Medikamenteneinnahme ausfüllen. Kurz wird in den Finger gepiekst, um die Vitalwerte, Eisen und Eiweiß zu checken”, berichtet Sieberichs. Erfolgt dann die Freigabe durch den Arzt, geht es durch eine große blaue Tür in den Spendersaal, wo Arzthelfer die Spender an eine Zentrifuge anschließen.

„Weh tut es nicht, und der Gesundheitscheck ist gleich mit drin”, sagt Helga Kramer. Vor der ersten Spende wurde sie vom Arzt gründlich untersucht, danach wird man bei jeder 15. Spende nochmals durchgecheckt. 30 bis 45 Minuten hängt man an der Nadel, bis das Plasma vom Blut getrennt ist. Rote und weiße Blutkörperchen bekommt der Spender zurück in den Arm gepumpt. Das Plasma wird in einer Box, die einem Plattenspieler ähnelt, per Zentrifuge herausgeschleudert und in Flaschen gesammelt. Die wandern dann in die Kühlkammer. Das extrahierte Plasma wird noch einmal gesondert kontrolliert, bevor es zur Medikamentenherstellung verwendet wird. „Zwei Spender kommen auf einen Erkrankten”, erklärt Britta Malmström. „Viele der Plasmaspender haben selbst mal eine Transfusion erhalten. Deshalb kommen sie hierher.”

18- bis 68-Jährige von 50 bis 130 Kilo geeignet

Als Plasmaspender eignen sich alle gesunden 18- bis 68-Jährigen, die über 50 und unter 130 Kilogramm wiegen. 45 Mal im Jahr kann gespendet werden, bis zu zweimal pro Woche. Den Spendern wird empfohlen, vor einer Spende zwei bis zweieinhalb Liter Wasser zu trinken und sich gesund zu ernähren.

Je nach Milliliteranzahl Plasma gibt es zwischen 14 und 18 Euro pro Spende und eine Zusatzprämie von 10 Euro bei der 5., 10. und 20. Spende. Beim 40. Mal gibt es sogar 100 Euro. Spenden kann man im Kapuzinerkarree (Alter Posthof 1) montags von 9 bis 21 Uhr, dienstags, donnerstags und freitags von 9 bis 20 Uhr und samstags von 9 bis 14 Uhr.

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