Planungsamt und Bauaufsicht sind kopflos

Von: Robert Esser
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Nahm als Fachbereichsleiter Bauaufsicht seinen Hut: Martin Fauck. Foto: Harald Krömer
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Musste als Chefin des Planungsamtes weichen: Christiane Melcher. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Sowohl das Planungsamt als auch der Fachbereich Bauaufsicht sind in Aachen kopflos unterwegs – natürlich bildlich formuliert. Die beiden Führungskräfte, Christiane Melcher und Martin Fauck, wurden bereits auf neuen Positionen inthronisiert.

Die Stellen sind vakant. Derweil sucht die Kaiserstadt nach neuem kompetenten Personal für die wichtigen Schaltzentralen. Die Ausschreibungen laufen, sollen sich aber dem Vernehmen nach noch bis Anfang 2016 hinziehen.

Die FDP kritisiert dieses „Führungsvakuum“ scharf. „Wir sind mit den Planungsleuten der Verwaltung eigentlich gut zurecht gekommen“, sagt Ratsherr Peter Blum. „Aber es kann doch nicht sein, dass man eine Umstrukturierung der Verwaltung in diesen wichtigen Fachbereichen einleitet, ohne diese Lücken direkt füllen zu können“, sagt der Liberale.

„Was passiert, wenn Bau- und Straßenplanung schlecht oder gar nicht koordiniert wird, das kann man auf den Aachener Straßen seit Wochen beobachten: viel zu viele Baustellen, die nicht aufeinander abgestimmt sind und den Verkehr regelmäßig zum Erliegen bringen“, bemängelt der FDP-Politiker. CDU, SPD und Grüne wollten die Personalien auf Anfrage der Aachener Zeitung nicht kommentieren.

Der Architekt Martin Fauck war in Aachen fast 14 Jahre lang in unterschiedlichen Leitungsfunktionen tätig; zuletzt seit 2012 als Fachbereichsleiter der Bauaufsicht. Im Juni dieses Jahres wechselte der 47-Jährige nach Erkelenz und leitet nun das Bauaufsichts- und Hochbauamt sowie die Untere Denkmalbehörde. Fauck zog es aus privaten Gründen zurück in die Heimat. Er ist in Erkelenz aufgewachsen und lebt dort mit seiner Familie.

Christiane Melcher musste Anfang Oktober gehen, weil Strukturen unter dem neuen Planungsdezernenten Werner Wingenfeld umsortiert werden. Melcher zog vom Hauptverwaltungsgebäude Marschiertor Richtung Tivoli. An der Krefelder Straße verantwortet sie nun die Geschäftsführung der „Aachener Stadion-Beteiligungsgesellschaft mbH“ (ASB).

Bereits unter Wingenfelds Vorgängerin Gisela Nacken hatte sich der Abschied von Melcher abgezeichnet. Offenbar hatte es unterschiedliche Auffassungen bei der Erledigung von Planungsbeschlüssen gegeben, heißt es aus Verwaltungskreisen. Melcher soll aber weiter für Tivoli, Sportpark Soers und die Weiterentwicklung des Aachener Flächennutzungsplans verantwortlich bleiben. Sie war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Oberbürgermeister Marcel Philipp erklärte am Donnerstag zum laufenden Personalkarussell: „Der Anstoß zu weiteren personellen Veränderungen nach dem Weggang von Martin Fauck kam aus der Politik. Man wollte das Paket insgesamt etwas größer schnüren, um künftige Aufgaben im Planungsbereich noch effizienter angehen zu können.“

Aus gut informierten Kreisen verlautete derweil, es seien bereits „hochkarätige Bewerbungen eingegangen“ – ganz nach Plan.

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