Aachen - Pläne zur Umgestaltung: „Wiesentaler” können Kleingärten behalten

Pläne zur Umgestaltung: „Wiesentaler” können Kleingärten behalten

Von: Aljona Hartstock
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Ein Portal ins Grüne wird neu
Ein Portal ins Grüne wird neu hergerichtet: Auch über Tore, die nachts automatisch verriegelt werden, wird bei der Umgestaltung der Kleingartenanlage Wiesental konkret nachgedacht. Foto: Andreas Steindl

Aachen. „Alle Parzellen bleiben erhalten”, sagt Josef Mandelartz, Vorsitzender der Kleingartenanlage Wiesental, immer wieder nachdrücklich ins Mikro, damit die Botschaft auch die hinteren Reihen des Vereinshauses erreicht.

Als die Stadt vor zwei Jahren ihre Pläne für die Umgestaltung der Kleingartenanlage als Teil des Projekts „Soziale Stadt Aachen-Nord” vorstellte, sollten 40 Parzellen wegfallen. Die Planer hatten ihre Rechnung allerdings ohne die Kleingärtner gemacht, die auf die Barrikaden gingen und erwirkten, dass die Stadt die Pläne schließlich über Bord warf.

Die Sorge, dass nicht alle ihre Kleingärten behalten könnten, sitzt den Anwesenden bei der Vorstellung der neuen Pläne aber immer noch in den Knochen.

Außer den Verantwortlichen von Stadt und Kleingartenkolonie steht an diesem Abend auch Landschaftsarchitekt Norbert Kloeters vom Büro „3+ Freiraumplaner” auf der Bühne und stellt die Umgestaltungspläne im Einzelnen vor. Im Wesentlichen geht es darum, dass erstens ein Durchgang durch die Kleingartenanlage bis zur Wurm geschaffen werden soll und dass zweitens die Anlage insgesamt aufgewertet werden soll.

Zwei Wege führen momentan durch die Anlage, beide enden nur wenige Meter vor der Wurm. An einem Weg versperrt bisher noch ein Gerätehaus den Ausgang; dieses soll abgerissen und in veränderter Position gleich neu errichtet werden.

Der Zugang zur Wurm wäre somit frei. Ein zweiter Weg, der mitten durch die Anlage führt, endet an zwei angrenzenden Parzellen. Um einen Durchgang zu schaffen, müsste in der einen Parzelle ein Geräteschuppen verschoben werden. Der Besitzer der anderen Parzelle müsste sich dagegen bereit erklären, einige Meter seines Kleingartens abzugeben.

Der Sicherheitsaspekt ist bei dem Vorhaben, den Durchgang zur Wurm für die Allgemeinheit zu öffnen, von großer Bedeutung. Den „Wiesentalern” ist wichtig, dass der Zugang zur Anlage nicht zu jeder Tageszeit möglich ist.

Geplant sind daher selbstschließende Tore, die sich außerhalb der gewöhnlichen Öffnungszeiten von selbst elektronisch abschließen. Von Innen sollen diese zusätzlich mit einer Kindersicherung ausgestattet werden.

Ein dritter Durchgang ist an der östlichen Seite geplant, an der die Anlage an eine Kita und an die Martin-Luther-King-Schule grenzt. Sowohl vor den Eingängen von der Seite der Wurm als auch in der Kleingartenkolonie selbst sollen Sitzgelegenheiten geschaffen werden, die Spaziergänger zu einer Pause nutzen können.

Weitere Details wie in Hecken eingesetzte Fenster, eine einheitliche Bepflanzung der Wege und die Umgestaltung des Vorplatzes vor dem Vereinshaus könnten die Aufwertung der Anlage flankieren.

Während der Bürgerversammlung wird deutlich, dass die Kleingärtner in Wiesental vor allem die Sorge umtreibt, die Anlage könnte durch die Öffnung für Außenstehende unsicher werden. Diese Gefahr sehen die Vertreter der Stadt und des Planungsbüros nicht.

„Ich bin mir sicher, dass die Aufenthaltsqualität nicht geschmälert wird”, sagt Martin Fauck, der bis November 2011 noch als kommissarischer Leiter des städtischen Planungsbereichs an dem Projekt beteiligt war.

In der Folgezeit würden die nächsten Schritte für die Umgestaltung eingeleitet, erklärt Christoph Ruckert vom städtischen Fachbereich Umwelt. Mit dem Beginn der Umsetzung ist ihm zufolge in der ersten Jahreshälfte 2013 zu rechnen. „Vielleicht kann das kommende Sommerfest bereits in einer aufgewerteten Anlage stattfinden”, sagt Ruckert.

Der Vereinsvorsitzende Mandelartz und Vereinssprecherin Petra Senden appellieren vor allen Dingen an das Vertrauen der Kleingärtner. Die Stadt sei ihnen immer entgegengekommen und man werde für alles eine Lösung finden.
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