Pläne in Preuswald sollen endlich gedeihen

Von: Matthias Hinrichs
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Die Hochhaus-Tristesse könnte bald passé sein: Die Gewoge will das Objekt an der Altenbergerstraße 4 übernehmen. Im Gespräch ist jetzt, das Gebäude durch mehrere kleinere Häuser zu ersetzen – ein Bestandteil der weitreichenden neuen Pläne fürs Quartier in Preuswald. Foto: Michael Jaspers
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Steht zur Disposition: Die Zukunft des lange umkämpften Schwimmbads ist allenfalls bis zum Jahresende gesichert. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Mit einem frischen Anstrich und ein wenig Gesichtspflege in eigener Sache soll es keinesfalls mehr getan sein: Mindestens so hoch wie der eine oder andere Betonklotz zwischen Reimser und Altenberger Straße sind die Erwartungen an den blutjungen Wohnungsbau-Giganten Vonovia.

Das Unternehmen beackert den bundesweiten Immobilienmarkt seit September 2015 in der Nachfolge der Deutschen Annington. Die hatte den städtischen Planern und (Sozial-)Politikern seit der Übernahme der rund 600 Wohnungen in der Siedlung Preuswald in den vergangenen Jahren bekanntlich wenig Freude bereitet. Sprich: Von einer nachhaltigen Aufwertung der vielfach reichlich heruntergekommenen Objekte nahe der belgischen Grenze kann nach wie vor nicht die Rede sein – trotz ungezählter Verhandlungen und wohlfeiler Ankündigungen.

Nun aber soll ein frischer Wind durch den an sich gediegenen Grüngürtel im Aachener Südwesten wehen, unterstrich Johann Körfer, Leiter des städtischen Fachbereichs Wohnen, mit einem durchaus verheißungsvollen Bericht im Sozialausschuss des Rates am Donnerstagabend. Will sagen: Das viel beschworene Konzept zur „integrierten Quartiersentwicklung“ nimmt langsam, aber sicher Gestalt an.

„Wir sind in sehr konstruktiven Gesprächen, um die grundlegende Modernisierung des Wohnungsbestandes jetzt wirklich auf den Weg zu bringen“, erklärte Körfer. So habe die Vonovia zugesagt, frei werdende Wohnungen nach und nach in erheblichem Umfang zu sanieren, nicht zuletzt mit dem Ziel, vor allem junge Familien Richtung Preuswald zu locken. „Diese Maßnahmen sollen allenfalls mit einer moderaten Mieterhöhung von derzeit fünf auf sechs Euro pro Quadratmeter einhergehen“, versicherte Körfer. Und: Auch ohne Mieterwechsel seien Modernisierungen durchaus möglich – allerdings nur unter der Voraussetzung, dass die Bewohner ihr Einverständnis gäben. Veraltete Eingangsbereiche sollen zudem neu gestaltet, etliche bauliche Barrieren beseitigt werden. „Wir hoffen, das wir damit unserem Ziel näherkommen, langfristig eine ausgewogenere soziale Struktur im Quartier zu schaffen“, betonte Körfer.

Durchaus denkbar – wenn auch noch nicht abschließend geklärt – sei, dass der marode und unansehnliche 17-stöckige Betonkoloss mit allein 84 Wohnungen in der Altenberger Straße 4 in absehbarer Zeit von der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Gewoge übernommen und abgerissen werde, um an gleicher Stelle Platz für kleinere Häuser zu schaffen. So könnten unterm Strich sogar mehr Wohneinheiten gebaut werden.

Allerdings wären damit auch die Tage des lange umkämpften Schwimmbads direkt neben dem Gebäude endgültig gezählt, wie CDU und SPD im Sozialausschuss zu bedenken gaben. Das Bad, das erst vor Kurzem neu hergerichtet und von der Aachener Bad&Sport gGmbH, einer Tochter des Stadtsportbundes, übernommen wurde, wird vor allem von umliegenden Schulen sowie Vereinen, Kindern und deren Eltern aus dem Umfeld genutzt. Der Pachtvertrag mit dem Stadtsportbund, der zunächst bis Ende Juni verlängert worden war, soll vorerst allenfalls bis zum Jahreswechsel fortgeschrieben werden.

Entsprechende Verhandlungen mit dem Gesundheitsamt der Städteregion liefen, berichtete Körfer. Ein Abriss müsse zugunsten einer grundlegenden Verbesserung der übrigen Infrastruktur auf lange Sicht gleichwohl in Kauf genommen werden. Auch eine einheitliche Gestaltung der Spielplätze, eine „Revitalisierung“ des weitgehend verwaisten Ladenzentrums und ein Umbau der Garagenhöfe in der Altenbergerstraße stünden bereits auf der Agenda. Nicht zuletzt soll das üppig vorhandene Grün als wichtige Naherholungsfläche besser nutzbar gemacht werden.

Chance für Familien

„Wir sind jetzt auf einem guten Weg, die Siedlung tatsächlich erheblich aufzuwerten, auch und gerade für Familien und Menschen mit mittlerem Einkommen“, bilanzierte Körfer. Das zuständige Stadtteilbüro funktioniere bestens und leiste gute Arbeit. Viele weitere Investitionen im Umfeld trügen allmählich Früchte: Auch der Neubau der Kita an der Reimser Straße sei bald fertiggestellt, der Fortbestand der Grundschule Bildchen sei gesichert. „Und wir hoffen, dass auch der erste Spatenstich für den geplanten Discounter nahe der Lütticher Straße noch in diesem Jahr erfolgen kann.“

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